Perry Rhodan Heft Nr. 2645

Die Stadt ohne Geheimnisse

Ein Terraner erreicht Anboleis -
und erlebt Glanz und Untergang des mentronischen Zeitalters

von Wim Vandemaan

tibi
Tibi: Swen Papenbrock

Hauptpersonen:

Shamsur Routh - Der Journalist erreicht die Stadt ohne Geheimnisse.
Anicee Ybarri - Die junge Frau begreift sich nicht länger als Terranerin.
Zachary Cranstoun - Ein Wissenschaftler arbeitet jenseits des Todes.
Busech Bucphol - Ein Thanatotekt wird zum Geburtshelfer einer neuen Technologie.

In der Stadt Anboleis auf Gadomenäa sucht Shamsur Routh weiter nach seiner Tochter Anicee. Die gläserne und weithin überschaubare Stadt ist allerdings riesig und letztlich doch unübersichtlich, die Tage verrinnen. Schließlich gelingt es ihm mit Pucs Hilfe, in einem entfernten Wohnturm die Schwestern Kathiko und Sternigel zu identifizieren, die mit Anicee im gleichen Wohnturm bei der gleichen Ziehmutter untergebracht waren. Sternigel, die inzwischen keinen Blaustern mehr trägt, verrät ihm, dass Anicee nicht nur Mitglied im Umbrischen Rat werden wird, sondern sogar demnächst versuchen wird, mit dem Universalen Spainkon in Verbindung zu treten. Zur Vorbereitung dieses Kontaktversuchs hält sie sich vermutlich im ‚Haus der barmherzigen Windungen‘ auf.

Auf dem Weg dorthin beobachtet Routh einen Junker und eine Zofe, kommt mit ihnen ins Gespräch und erfährt, dass sie für sich das Recht beanspruchen, sich selbst zu mindern, um den Überfluss auszugleichen, der sie sind. Da Routh diese Logik nicht versteht, singt ihm die Zofe ihr Lied mit dem Text: „Sind wir viel, dann sind wir wenig, denn wir sind uns selbst nicht ähnlich, nicht genug.“ Doch auch das versteht er nicht und setzt seinen Weg fort.

Das Haus, in dem er Anicee vermutet, wird von Junkern bewacht. Routh erinnert sich an das Schemenkleid, das ihm 1113 Taomae vor ihrem Tode vermacht hat und das er wie einen Schal um den Hals trägt. Tatsächlich umschließt ihn das Schemenkleid jetzt und erfüllt ihm den Wunsch, unsichtbar zu sein, so dass er den Wohnturm ungesehen betreten kann.

Er trifft Anicee und muss in den Diskussionen mit ihr – in denen sie auch erklärt, warum Benat gar nicht ermordet wurde - erkennen, dass sie sich nicht mehr als Terranerin sondern als Sayterranerin sieht, die in wenigen Tagen nach Terra zurückkehren wird. Vorher wird sie noch Verbindung zum Universalen Spainkon aufnehmen, dem Archiv oder kollektiven Gedächtnis der sayporanischen Kultur. Das Spainkon habe neuerdings auch Kontakt zu einem noch sehr viel älteren Archiv, das lange bewusstlos war, nun aber helfen soll, den umgebenden Raum zum Neuroversum zu erheben. Anicee behauptet, vor ihm keine Geheimnisse zu haben und beschreibt ihm demzufolge auch den Weg zum Wohnturm Spainkaud, wo der Kontakt zum Spainkon erfolgen kann.

Mit Hilfe des Schemenkleids gelangt Routh ungesehen dorthin und findet auf dem Dach des Wohnturms ein riesiges nestförmiges Gebilde, das den Zugang zum Universalen Spainkon zu markieren scheint. Sein Versuch darin einzudringen gelingt schließlich und er findet sich wieder als Bewusstsein auf dem Planeten Chaom, der von käferartigen Wesen bewohnt ist. Dort trifft er auf den Terraner Zachary Cranstoun, der sich hier schon seit etwa zwei Monaten aufhält und ihm eröffnet, dass er vorher auf dem Planeten Faland war und beim Erreichen der Brücke nach Shathfauth gestorben ist. Man habe dann sein Gehirn in ein komplexes neuronales System von Gehirnen integriert, das sich selbst das Kontinuierliche Sediment nennt.

Cranstoun eröffnet ihm, dass sie gerade den Planeten Chaom und seine Bewohner in einer Zeit erleben, die etwa drei bis fünf Millionen Jahre in der Vergangenheit liegen dürfte, also die älteste Schicht des Kontinuierlichen Sediments darstellt.

In dieser Zeit arbeiteten die Chaom bereits daran, die neuronalen Substanzen von Verstorbenen in Kapseln aufzubewahren und in Statuen zu lagern. Während einer kriegerischen Auseinandersetzung mit dem Somdoranischen Imperium erweiterten sie dieses Verfahren und entwickelten Mentroniken, bestehend aus den Hirnen der bedeutendsten verstorbenen Admiräle und Navigatoren. Diese Mentroniken machten ihre Raumschiffe so überlegen, dass sie schließlich die ganze Galaxis Khooch beherrschten.

Eine Weiterentwicklung der Mentroniken fand schließlich statt durch den Thanatotekten Bucphol, der die Manufaktur für Gedächtnisskulpturen und Totenhirne mit dem Namen ALLDAR & IMMERFORT betrieb. Er ließ sich überreden, das Hirn des Flottenkommandanten Vatruichon bereits vor dessen Tod in eine Mentronik zu verpflanzen, dies war verboten und geschah heimlich auf dem Planeten Holpoghas. Nicht nur Bucphol selbst, auch viele andere Lebewesen folgten später diesem Beispiel und so entstand die immer selbstständiger werdende Mentronik Alldar. Im Laufe der Zeit wurden ihre Aussagen und Ratschläge immer orakelhafter und schwerer verständlich, so dass sie sich eigener Avatare als Dolmetscher bedienen musste, die allesamt den Namen ‚Aller Wesen Freund‘ trugen. Nachdem die Avatare im Namen der immer zahlreicher werdenden Totenhirne, die nun auch die Gehirnsubstanz anderer Völker in sich aufnahmen, die Macht in Khooch lange Zeit ausgeübt hatten, eröffneten sie den Chaom schließlich, dass sich die meisten in eine Sphäre über dem Planeten Holpoghas zurückziehen würden und nur einige junge Sedimente weiter für die Aufnahme von neuen Gehirnen zur Verfügung stehen würden. Die Sphäre der versammelten Totenhirne wurde ebenfalls Alldar genannt. Ihr wurde die Schaffung der Fagesy zugeschrieben, die genetisch verfeinert waren und zur Exekutivtruppe Alldars aufstiegen, bekannt als Alldars Allgegenwärtige Vorhut.

Nachdem die Sphäre später Zugriff auf den Quellkode der virtuellen Teilchen im Quantenschaum erhalten hatte, transferierte sie sich selbst in die Superintelligenz ALLDAR.

Diese suchte sich einen neuen Lebensraum im Orbit eines Schwarzen Lochs. Zurück auf Holpogha ließ sie nur ein einziges Monument ihrer Vergangenheit, das Ur-Totenhirn, mit dem alles begonnen hatte. Dieses versank daraufhin in jahrhundertelangen Schlaf, aus dem es erst jetzt langsam zu erwachen scheint.

ALLDAR dagegen blieb in seinem Orbit um das supermassive Schwarze Loch Tombar im Zentrum der sich durchdringenden Kreuzgalaxien. Und als sich diese Konstellation anschickte, einen Quasar zu zünden, blieb ALLDAR dort in dem Wissen, einen dabei entstehenden Gammablitz nicht überleben zu können. Denn nach allem was die Superintelligenz schon erlebt hatte, fehlte ihr doch eine Erfahrung: der Tod.

Viele Wesen kamen in ihren Raumschiffen, um diesem Ereignis beizuwohnen, darunter auch Angehörige einer Rasse, die selbst für ALLDAR neu waren: Sayporaner. Nachdem der Blitz ALLDAR getötet hatte, kümmerten sich die Fagesy um den Leichnam.

Nachdem Shamsur Routh auf diese Weise einiges an Wissen über die Vergangenheit erworben hat, versucht er nun, mehr über die Themen der Gegenwart zu erfahren. Von einem Fato’Fa erfährt er, dass die meisten neu entstehenden Universen keine Chance haben zu überdauern, da sie zwischen den bestehenden zerrieben werden. Nur wenn es gelingt, einem neuen Universum Anker in sich selbst zu präsentieren, hat es eine Chance zu bestehen. Als Anker können zum Beispiel die Leichen von Superintelligenzen dienen, wobei eine größere Anzahl nötig erscheint. Shamsur Routh begreift, dass deshalb das Solsystem entführt wurde und er versteht nun auch, dass das erwachende Ur-Totenhirn als Steuerung des neuen Universums fungieren soll, quasi ein Universum mit Gehirn also ein Neuroversum bilden soll.

 

Irgendwie gelangt Routh wieder zurück in den Wohnturm, von dem er aufgebrochen war. Dort muss er feststellen, dass er zwar nach wie vor für die Sayporaner unsichtbar zu sein scheint, sie jedoch seine Spur unfehlbar verfolgen können. In die Enge getrieben, ermöglicht ihm das Schemenkleid dennoch die Flucht, indem es ihm ein Durchdringen der gläsernen Wände genauso ermöglicht wie das Fliegen in Schächten.

Am nächsten Tag erhält Puc einen Funkruf mit der Aufforderung, einen bestimmten Platz in der Stadt aufzusuchen. Dort angekommen sieht Routh eine fünf Meter lange Rakete landen, von der der Ruf offensichtlich ausging. Als er sich ihr nähert, kommen von allen Seiten Wegscheiben der Sayporaner. Er flieht zur Rakete und gelangt in ihr Inneres, ohne zu wissen, wie das geschieht. Es ist sein Ziehvater Chourtaird, der die Rakete steuert und ihm erläutert, dass er durch Aufhebung seiner Materialität an Bord gekommen sei. Chourtaird beruhigt ihn bezüglich seiner Tochter Anicee. Deren Leben sei nicht in Gefahr, denn sie sei jetzt auch

für das Konzept der Akademie für Logistik auf Druh wertvoll geworden. Chourtaird bezeichnet diese Akademie als die heimliche Regierung des Weltenkranzsystems. Dass er ihr nicht freundlich gegenübersteht, geht aus seinen Formulierungen allerdings auch hervor.

Routh vermutet, dass sie mit der Rakete auf dem Weg nach Terra sind.

Metadaten

Dieser Roman wurde von Kritikaster zusammengefasst.

Die aktuelle Version wurde am 23. Mai 2012 in die Datenbank eingepflegt

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