Perry Rhodan Heft Nr. 2455

Sieg der Moral

Perry Rhodan macht eine Entdeckung -
die Karten werden neu gemischt

von Uwe Anton

tibi
Tibi: Swen Papenbrock

Hauptpersonen:

Perry Rhodan - Der Ritter der Tiefe versucht einen letzten Vorstoß.
Dyramesch - Der Kosmofekt spielt seinen letzten Trumpf tatsächlich aus.
Mondra Diamond - Selten hat sie sich so machtlos gesehen.
Wan Ahriman - Der alte Ratsherr bringt sich in Szene.

Schwere Zeiten kommen auf Mondra Diamond und die Terraner auf Evolux zu: Eine planetenweite Ausstrahlung der Bildbeweise von Mondras Diebstahlversuch der Kobaltblauen Walze scheint tatsächlich Dyramesch´ Position wieder zu festigen, auch wenn Wan Ahriman, der nie abgetretene Führer der Yakonto, liebend gerne Front gegen Dyramesch machen würde, aber die Werfttreue hindert ihn letztendlich immer noch. Mondra und ihr Einsatzteam sind in der obersten Etage der Kaserne der Sathox gefangen. Sehr zu ihrem Verdruss wird sie täglich von Vanta Aquinto verhört, der sich regelrecht zum Inquisitor aufspielt. Liegt es daran, dass der Verräter an seiner eigenen Siebener-Gruppe von Dyramesch soeben in den Sequenz-Rat berufen wurde? Überraschend begnadigt Dyramesch schließlich die Terraner und schickt die Vertreter des neuen designierten Hilfsvolk in das Segment Gelephant zurück. Mondra fragt sich die ganze Zeit, wo sich Perry Rhodan im Moment wohl aufhält...
...denn dieser befindet sich gerade an Bord der LIRIO, die soeben aus dem Zeittunnel ausgetreten ist und sich einem GESETZ-Geber gegenüber sieht. Castun Ogoras lässt seinen Rapid-Kreuzer stoppen. Und genau wie beim ersten Kontakt mit einem kosmokratischen GESETZ-Geber, auch wenn 20 Millionen Jahre vergangen sind, fühlt sich Perry Rhodan mental gescannt. Kurz darauf öffnet sich der GESETZ-Geber für ihn, so dass der Terraner in Begleitung von Icho Tolot und Castun Ogoras´ Siebener-Gruppe ungehindert die gelbgold strahlende Kugel betreten kann. Während Perry Rhodan und Icho Tolot sich zur Zentrale des 1126 Kilometer durchmessenden Kugelraumers begeben, weist er Castun Ogoras an, AMU an Bord zu suchen. Rhodan und Tolot erreichen ungehindert die Zentrale und stellen fest, dass der GESETZ-Geber bar jeden Lebens ist. Die Automatenstimme des Kosmokratenschiffs erkennt den Aura-Träger als uneingeschränkt befehlsberechtigt an und heißt in an Bord von CHEOS-TAI willkommen, denn es handelt sich tatsächlich um die alles entscheidende Einheit bei der Durchführung der damaligen Retroversion. Wie schon auf der Suche nach dem Standort des „Ortes, der sicherer nicht sein kann“, schließen sich Castun Ogoras und seine sechs Begleiter erneut zu einem Parablock zusammen und finden AMU in einem riesigen Hangar. AMUs Obeliskengestalt misst gut acht Meter in der Höhe. Nachdem AMU bestätigt hat, dass die Yakonto sozusagen seine Nachfahren und die der Nega-Cypron sind, erzählt es seine Geschichte.

Das Volk der Wasserstoff-Methan-atmenden Amugath war so weit entwickelt, dass es kurz vor dem Sprung auf eine höhere Ebene des Zwiebelschalenmodells stand. Nirgends wurden seine Dienste allerdings von den höheren Mächten in Anspruch genommen. Weder Kosmokraten noch Chaotarchen kümmerten sich je um dieses Volk, welches daraufhin vergeistigte und sich künftig nur noch als das Kondensat AMU verstand. Mit einem extra geschaffenen psimateriellen Korpus reiste AMU an Bord des letzten Raumschiff-Obelisken mit dem Eigennamen GAHISH eine unendlich lange Zeit durch den Kosmos, bis zwei Katastrophen den weiteren Werdegang des vergeistigten Wesens bestimmten. Die erste Katastrophe ereignete sich, als AMU einen refraktiven Sprung beobachtete. Dabei kam es einem Quant der Finsternis zu nahe und kollidierte mit diesem. Die Folge war, dass diese beiden so ungleichen Wesenheiten miteinander verschmolzen und AMU seitdem die Qualen des Quant mitleiden musste. AMUs psimaterieller Korpus wurde in den Hyperraum geschleudert, und hinterließ im Standardraum lediglich eine pseudomaterielle Projektion. Bedingt durch die Verwirrung, die das AMU-Quant-Hybridwesen heimsuchte, orientierte sich die pseudomaterielle Projektion an der einzigen Form, die momentan greifbar war – dem Obelisken-Raumschiff. So entstand die Obeliskenform, die keinen Schatten wirft. Somit ist nun auch klar, warum der Obelisk keinen Schatten werfen kann, denn die pseudomaterielle Projektion ist ja selbst ein Schatten des Korpus, der sich im Hyperraum befindet. Die zweite Katastrophe war die Proto-Negasphäre in der Galaxis Tare-Scharm. Das Vibra-PSI verstärkte die Qualen, die die Wesenheit AMU litt, ins Unendliche, so dass sie befürchtete, sie könne die Negasphärenbildung nicht überstehen, zumal sie nicht mehr in der Lage war, sich vernünftig zu orientieren. Da das Kondensat AMU zum ersten Mal in seinem Jahrmillionen dauernden Leben die Hilfe von anderen Wesen benötigte, suchte es Asyl auf dem Planeten Cyprona, wo es besonders die Aufmerksamkeit der Nega-Cypron genoss, die in der Proto-Negasphäre ja alles andere als orientierungslos waren. Zu Hunderten sprangen die Nega-Cypron mittels Teleportation in die Obelisken-Projektionsgestalt, da sie von AMU magisch angezogen wurden. Als sie AMU wieder verliessen, hatten die Nega-Cypron die pseudomaterielle Form des Obelisken adaptiert und letztendlich entstand auch dadurch die Fähigkeit der Para-Modulation. AMU ahnte, dass der Kontakt zu den Nega-Cypron auf Dauer gefährlich sein könnte, und so verließ es Cyprona und irrte weiter durch Tare-Scharm. Nach der erfolgten Retroversion suchte AMU Schutz in einem Galaxissektor, der nicht so stark von den Folgen der Retroversion betroffen war. Diesen Sektor kennen die Yakonto heute unter dem Namen Alufir. Nicht nur AMU hatte diesen Sektor der Ruhe aufgesucht, sondern auch der schwer beschädigte GESETZ-Geber CHEOS-TAI. Er erkannte in AMU eine positive Wesenheit in Not und bot dieser an, ihr Schutz hinter dem Zeitschirm zu gewähren, hinter den sich der GESETZ-Geber zu begeben beabsichtigte. AMU versetzte sich in eine mentale Narkose und überdauerte in der riesigen Hangarhalle die Jahrmillionen, bis der Kontakt zu den Yakonto um Castun Ogoras sie erwachen ließ.

Kein Besatzungsmitglied, auch keiner der Thermodyn-Ingenieure oder Tefta-Raga, hatte die Folgen der Retroversion an Bord des GESETZ-Gebers überlebt. In schwer beschädigtem Zustand suchte CHEOS-TAI die Nähe zu einem Kosmischen Messenger, der im Sektor Alufir kreuzte. Nach der Aufnahme von AMU begab sich CHEOS-TAI hinter den Zeitschirm und führte eine Selbstreparatur durch, die immerhin 100.000 Jahre dauerte. Lediglich einen winzigen Kanal zum Standardraum ließ der GESETZ-Geber offen und wartete auf neue Einsatzbefehle, die dann zwanzig Millionen Jahre auf sich warten ließen. Erst die Ankunft von Perry Rhodan und die Erkennung von dessen Ritter-Aura lassen CHEOS-TAI wieder aktiv werden.
Perry Rhodan gegenüber gibt der GESETZ-Geber zu verstehen, dass er zu 100 Prozent wiederhergestellt und einsatzbereit ist. Da sich CHEOS-TAI vollkommen in den Dienst des Ritters der Tiefe stellt, veranlasst Perry Rhodan die Auflösung der temporalen Warteposition und setzt Kurs auf Evolux, nachdem er sich von Castun Ogoras bestätigen lässt, dass sich dieser offen auf die Seite des Ritters stellt. Auch AMU soll mit nach Evolux, denn Castun Ogoras mutmaßt, dass die Yakonto über die mentale Rückkopplung Einfluss auf das Kondensat AMU nehmen können – vielleicht kann AMU auf Evolux ja sogar von seinen Qualen geheilt werden. AMU nimmt das Angebot dankbar an.
Lediglich eine Stunde benötigt der GESETZ-Geber für den Flug nach Evolux. 300.000 Einheiten der Yakonto stellen sich dem GESETZ-Geber entgegen, als bei dessen Ankunft Vollalarm auf Evolux gegeben wird. Rhodan erwartet eine harte Auseinandersetzung mit Dyramesch, will sich aber von Vornherein nicht abschrecken lassen und fordert Dyramesch über Funk zur unverzüglichen Herausgabe der JULES VERNE auf. Doch der Kosmofekt erkennt sofort den GESETZ-Geber und versucht Perry Rhodan auszutricksen, indem er auf Umwegen seine Individualkennung an CHEOS-TAI schickt, damit sich dieser sofort seinem Befehl unterstellt. Doch Perry Rhodan hatte diese Aktion vorausgesehen und hat sämtliche Funkkontakte auf ein Pult, welches von Icho Tolot kontrolliert wird, umleiten lassen, so dass Dyramesch´ Funkimpulse den Zentralrechner des GESETZ-Gebers gar nicht erst erreichen. Letztendlich beantwortet Dyramesch dennoch Rhodans Funkanruf und verlangt die Übergabe des GESETZ-Gebers an ihn. Er ist nicht bereit, über die JULES VERNE zu verhandeln, wohl wissend, dass er seine Autorität auf Evolux verlieren wird, sollte er dem Terraner nachgeben. Der Tentone Arn-Zoris wird angewiesen, unverzüglich die vorgesehene Bemannung der PENDULUM einzuleiten. Mit der Kobaltblauen Walze und 150.000 Rapid-Kreuzern will sich Dyramesch dem GESETZ-Geber entgegenstellen. Doch dann geschieht das, was auf Evolux seit jeher als Trauma gilt: die PENDULUM stürzt beinahe ab! In Handsteuerung kann Arn-Zoris die Walze stabilisieren, doch Dyramesch weiß in derselben Sekunde, dass ein Fabrikationsfehler in der Kobaltblauen Walze sein Ende als Kosmofekt einläutet. Ganz Evolux wurde Zeuge des Beinahe-Absturzes der Walze und dies lässt Wan Ahriman unverzüglich handeln. Er und seine acht in den Konservierungstanks liegenden ehemaligen Sequenzrat-Mitglieder geben ihre Isolation auf. Wan Ahriman ruft alle Yakonto auf Evolux zur Arbeitsniederlegung auf – etwas, was es auf Evolux noch nie gegeben hat. Dyramesch als nüchterner Bürokrat besinnt sich in seinen Amtsräumen und erkennt mit einer Simulationshochrechnung, dass es eher zu einer Effiziensminderung von 4-6 Prozent als zu einer Effizienssteigerung von 0,35 Prozent kommen würde, falls er Kosmofekt bliebe. In letzter Konsequenz tritt er daher als oberster Sequenz-Inspektor zurück und übergibt die Leitung von Evolux wieder an die Yakonto. Während Wan Ahriman und sein ehemaliger Sequenzrat sich nach Beliosa begeben, ruft sich Vanta Aquinto selbst zum Sequenz-Direktor aus. Aber der neu formierte Sequenzrat erfährt keinerlei Unterstützung durch die Yakonto, denn der nie zurückgetretene ehemalige Yakonto-Führer Wan Ahriman wird mit offenen Armen aufgenommen und bejubelt. Vanta Aquinto bleibt nichts anderes übrig, als zu flüchten. Auch Dyramesch verlässt an Bord seiner geometrischen Jacht den weißen Planeten, nicht ohne vorher mitzuteilen, dass er eines Tages zurückkehren werde.
Während die Yakonto AMU ins Segment Macallio bringen, begibt sich Perry Rhodan zurück zur JULES VERNE, wo er um ein Gespräch mit den beiden Algorrian ersucht. Da er selber nur unzureichend in der Lage ist, den GESETZ-Geber zu befehligen, bittet er Le Anyante und Curcaryen Varantir um ihre Mithilfe. Aber die Algorrian scheinen andere Pläne zu haben und kündigen an, ihre Entscheidung erst in einigen Stunden treffen zu können. Rhodan nutzt die Zeit, um einer Einladung bei Wan Ahriman Folge zu leisten. Dort trifft er auch auf den Tentonen Arn-Zoris, der laut Aussage des Yakonto-Führers entscheidend bei der Absetzung des Kosmofekt geholfen haben soll. Sollte das etwa bedeuten, so mutmaßt der Terraner, dass ausgerechnet ein so nüchtern denkender Technokrat wie der Tentone die PENDULUM absichtlich hat abstürzen lassen, um Dyramesch´ Ära auf Evolux ein Ende zu setzen?
Wan Ahriman gibt die JULES VERNE unverzüglich frei und bietet an, das Hantelraumschiff auf Evolux komplett wiederherstellen zu lassen, aber Rhodan lehnt dies Angebot aus Zeitgründen ab. Die JULES VERNE soll lediglich in CHEOS-TAI eingeschleust werden und er wolle so schnell wie möglich die Rückreise zur Milchstraße antreten. Dabei kommt ihm zu Gute, dass Le Anyante und Curcaryen Varantir die Kontrolle über CHEOS-TAI während der anstehenden Hangay-Aktion übernehmen werden. Ihre Kinder würden sie allerdings in der Obhut der Yakonto auf Evolux zurücklassen. Nach Abschluss der Operation Hangay würden die Algorrian mit dem GESETZ-Geber nach Evolux zurückkehren. Dann würden sich unwiderruflich die Wege der Algorrian und der Terraner trennen, zumal nach Varantirs Aussage Perry Rhodan CHEOS-TAI sowieso nicht behalten dürfte. Die JULES VERNE wird in den Hangar, in dem sich über die Jahrmillionen der Obelisk von AMU befunden hatte, eingeschleust. Niemand weiß bislang, was die Metaläufer in der Zwischenzeit in dem Hantelraumschiff repariert und zusätzlich eingebaut haben. Perry Rhodan kalkuliert nach einer Hochrechnung von NEMO für die Rückreise zur Milchstraße 66 Tage ein.
Auf Evolux ist inzwischen Vanta Aquinto gefangen genommen worden und auch er soll für seine Taten die Werftbuße erhalten. Doch kurz vor der Vollstreckung mischt sich AMU ein und Ahriman wandelt die Werftbuße in eine Haftstrafe um. Mit AMUs Ankunft auf Evolux scheint also auch die Moral Einzug gehalten zu haben.

Metadaten

Dieser Roman wurde von D. H. zusammengefasst.

Die aktuelle Version wurde am 08. September 2008 in die Datenbank eingepflegt

Diese Zusammenfassung wurde 3376 mal aufgerufen.

Kolumnen

Sprachnörgelei

 

hosted by All-inkl.com