Perry Rhodan Heft Nr. 2310

Strukturpiloten

Sie überleben in der Charon-Wolke -
nur sie besitzen die Gaben

von Leo Lukas

tibi
Tibi: Alfred Kelsner

Hauptpersonen:

Marc London - Ein junger Psiont, der sich dem Erwartungsdruck nicht gewachsen fühlt.
Kempo Doll’Arym - Ein Charonii, der an seinem Talent zu zerbrechen droht.
Sheerdurn - Ein Mentor, der für seinen Schützling allerhand auf sich nimmt.
Yllay Hor’Boran - Eine Ausbilderin, die erbarmungslos ihre Pflicht erfüllt.

Kempo Doll’ Arym ist ein junger Charonii von 10 Jahren und lebt auf Aram Tachady. Geistig ist er seinen Altersgenossen haushoch überlegen, doch körperlich hängt er hinterher. Sein wacher Intellekt sorgt dafür, dass er Zweifel an der Schöpfungsgeschichte hegt, die ihm in der Schule indoktriniert wird. Er sucht nach der Wahrheit. Dabei trifft er im Planetarium auf Sheerdurn, einen ehemaligen Strukturpiloten, dessen Gabe durch einen Struktursturm unbrauchbar geworden ist. Der alte Charonii erzählt ihm die Geschichte Charons.

Vor über 10.000 Jahren existierte in der Milchstraße der Orden der Schutzherren von Jamondi. Dieser wollte das seltene Material Salkrit abbauen, welches sich im Goldenen System, im Zentrum der Charon-Wolke befindet. Da ein Eindringen, in die vom Strukturgestöber umgebenen und durchdrungen Charon-Wolke nicht möglich war, wurden die Motana in Raumhabitaten rund um den Sternhaufen angesiedelt. Die Hoffnung der Schutzherren, dass es dem Psi-begabten Volk gelingen würde, sich an die Bedingungen der Charon-Wolke anzupassen, erfüllte sich. Die Motana entwickelten den Piloten-Sinn und die Piloten-Kraft. Diese Fähigkeit ermöglichten es den „Strukturpiloten“ Strukturaugen um die Strukturdolben, wie die wie die Charonii ihre 175 m langen und 50 m dicken Schiffe nennen, aufzubauen und so im Strukturgestöber zu navigieren. Nach und nach emanzipierten sich die Motana-Abkömmlinge, die sich mittlerweile als Charonii bezeichneten, von den Schutzherren. Diese wurden zwar weiterhin mit Salkrit beliefert, aber ansonsten beschränkte sich der Kontakt auf das nötigste. Die Charonii flogen ihre Habitate in die Charon-Wolke. Fortan lebten auf diesen die Strukturpiloten. Die Charonii, welche nicht über die Psi-Gaben verfügen, leben auf Planeten, weil sie die Nähe zum Strukturgestöber schädigen würde.

Für die Bewohner von Charon unvorhergesehen, kam es zum Hyperkokonverschluss durch die Superintelligenz ES. Die Charon-Wolke wurde von Normaluniversum abgeschlossen. Nach einer Katastrophe wurde das Goldene System zur Tabu-Zone erklärt. Unter den Charonii konstituierte sich ein System, das vor allem auf Stabilität setzt.

Eben diese überaus konservative Gesellschaft stört Kempo. Er möchte die Welt verändern, einen Blick aus Charon hinauswerfen, die These, dort sei nichts, widerlegen. Doch das System bremst ihn aus, vor seinem zwölften Lebensjahr, wird kein Charonii zur Charon-Prüfung zugelassen, in der seine Eignung zum Strukturpiloten bestimmt wird.

Die Tatsache, dass der Rücksturz der Charon-Wolke in den Normalraum ohne Konsequenzen bleibt, stachelt Kempo nur nach mehr an.

Kempo kommt in die Pubertät, was Sheerdurn in arge Bedrängnis bringt. Kurz vor der Charon-Prüfung büchst der Junge zu Hause aus, weil er sich mit seinem Vater gestritten hat, der Kempo nach dessen Meinung zu wenig Emotionalität entgegen gebracht hat. Sheerdurn gewährt ihm Unterschlupf, unter der Auflage, sich nach drei Tagen mit seinem Vater zu einem klärenden Gespräch zu treffen.

Auf dem zur Charon-Prüfung stattfindenden Rummel verliebt sich Kempo bei einem flüchtigen Kontakt unsterblich in die attraktive Auhara Mey´Deran. Er kann ihr aber nicht die ihr gebührende Aufmerksamkeit widmen, da sie von ihrer – im Gegensatz zu ihr höchst maskulinen – Gouvernanten abgeschirmt wird. Das folgende Gespräch Kempos mit seinem Vater Danoit, der überaus erleichtert ist, seinen Sohn wohlbehalten wiederzusehen, fliegt nur so an ihm vorbei. Dank Sheerdurns Beziehungen kann Kempo schnell alles Nötige über Auhara herausfinden. Die Angebetete ist die Tochter von Khal Pif´Deran, einem hochrangigen Diplomaten vom Planeten Bocyn. Doch nicht die Herkunft steht wie eine Mauer zwischen Kempo und Auhara, sondern vielmehr die Gouvernante, welche die Schutzbefohlene gegen jeden Verehrer abschirmt. Als Kempo erfährt, dass Auhara eine Veranstaltung im Planetarium besuchen will, bitter er Sheerdurn um Hilfe. Der Alte, der die Lokalität besser kennt als jeder andere, soll ihm helfen. Während Sheerdurn, der soziale Kontakte sonst eher scheut, die Gouvernante ablenkt, zieht Kempo Auhara in eine Besenkammer. Als die beiden wieder herauskommen, ist unverkennbar, dass es zwischen den beiden heftig gefunkt hat. Auhara stellt ihre Bewacherin vor die Wahl, entweder sie lässt sie 2 Stunden täglich mit Kempo zusammen sein – ungestört, oder sie wird ausbüchsen. Diese stimmt notgedrungen zu, stellt aber eine Bedingung. Sheerdurn soll die Zeit, die die beiden zusammen sind, mit ihr verbringen. Dieser ist, vom Aussehen der Gouvernante abgeschreckt, nicht gerade begeistert, willigt aber ein, als er das stumme Flehen in den Augen des jungen Glücks sieht.

Die Wochen bis zur Charon-Prüfung vergehen wie ihm Flug. Kempo und Auhara sind überglücklich, und auch Sheerdurn erkennt, dass die Gouvernante durchaus eine nette und intelligente Person ist. Schließlich kommt der Tag der Prüfung. Während dieser muss Kempo die Abtastung mit dem Psi-Generator, mit dem die Befähigung als Strukturpilot geprüft wird, zweimal absolvieren. Am „Tag der Tränen“, an dem die Ergebnisse bekannt werden, fließen ebendiese in Massen. Zuerst aus Freude, weil Auhara die Prüfung bestanden hat, dann aus Trauer, weil Kempo nicht zu den Berufenen gehört. Während Auhara bei den Doll´Aryms unterkommt, findet Kempo bei ihren Eltern Unterschlupf. Vollkommen frustriert bricht er alle Beziehungen zu seinem alten Leben ab. Nach einigen Wochen erkrankt Kempo schwer. Sheerdurn besucht seinen Schützling, der dem Tode nahe ist, und erkennt die Wahrheit. Khal Pif´Deran hat die Ergebnisse der Prüfung manipuliert, und so Kempos Ernennung zum Strukturpiloten verhindert. Die Motivation des Diplomaten, war jedoch keinesfalls die, einen unliebsamen (baldigen) Schwiegersohn loszuwerden, sondern lag vielmehr darin begründet, dass bei Kempo die „Explosive Kraft“ im Übermaß festgestellt wurde. Bei dieser handelt es sich um eine Fähigkeit, die überaus selten auftritt. Sie ermöglicht es dem Betroffenen, das Strukturgestöber zu kontrollieren. Jedoch wendet sie sich meistens im destruktiven Modus gegen die Charonii. Sheerdurn und der Gouvernante gelingt es, Kempo zu retten und dessen Aufnahme an der Akademie der Sturkturpiloten zu ermöglichen. Kempo lernt schnell und scheint seinen Rückstand zu Auhara aufholen zu können. Nur mit der Aggressionsbewältigung hat er seine Probleme, da die Explosive Kraft sich bei ihren Trägern durch gesteigerte Aggressivität zeigt. Dank der Hilfe seines Vaters, der ihm eine Meditationstechnik zeigt, die auf Gesang beruht, kann Kempo jedoch auch dieses Problem meistern und besteht die schwere Prüfung bei Yllay Hor’Boran. Bald darauf steht die Abschlussprüfung an. Auhara, Kempo und ihre Kommilitonen meistern diese anstandslos und dürfen sich fortan Strukturpiloten nennen.

Direkt nach der Prüfung gerät die Strukturdolbe, welche unter dem Kommando von Kempos Vater Danoit steht, in einen Struktursturm. Der Linearflug der CELOWEZ muss unterbrochen werden. In unmittelbarer Nähe zum Goldenen System befinden sich Kempo und seine Kumpanen inmitten eines Struktursturms …

*

An Bord der VERACRUZ bricht Marc London wegen der Anstrengungen der letzten Tage zusammen. Nach einer kurzen Pause ist er jedoch wieder einsatzbereit, was jedoch keine Verbesserung bewirkt. Der Alltag bleibt monoton, es gelingt keinen Kontakt zu den Charonii herzustellen. Die Monotonie an Bord der VERACRUZ wird unterbrochen, als die BUENOS AIRES mit Reginald Bull und Gucky an Bord eintrifft. Sie bringen einen Datenkristall, den ihnen Cynos auf einem Planeten in Jamondi überlassen haben. Dieser enthält Koordinaten, die genau in der Mitte der Charon-Wolke zeigen. Bei einer Lagebesprechung bittet Marc London, darum, nach Terra zurückkehren zu dürfen. Seine Bitte wird jedoch abgeschmettert. Hajmo Siderip liest ihm die Leviten und zwingt dem Jungen so neuen Mut auf. Mit dem Willen notfalls den Einsatz zu erhöhen, reift in Marc ein Plan, um mit den Charonii Kontakt aufzunehmen …

Metadaten

Dieser Roman wurde von Wolfgang Ruge zusammengefasst.

Die aktuelle Version wurde am 20. Juni 2006 in die Datenbank eingepflegt

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