Im Visier 2299

Zugrunde liegender Roman: Uwe Anton - Ahandaba

Plot | Teil 2 | Rezension

Vorbemerkungen und Plot

Plot:

Es hat sich ausgesungen in der guten alten und ein wenig ramponierten Milchstrasse. Deswegen lassen wir unsere Helden, egal ob lieb gewonnen oder aus tiefster Seele verhasst noch einmal Revue singen. (Und dabei ohne Rücksicht auf Verluste in den Niederungen klanglicher Schmachtfetzen aus dem Fundus der Terra-Nostalgiker plündern.)

Perry:

Don't leave me this way
I can't survive, I can't stay in my office
Without your vote, no baby

Don't leave me this way
I can't reign, I would surely miss
Your tender hiss
So don't leave me this way

Don't leave me this way
I don't understand how I'm at your command
So old pal please don't leave me this way

(Gerüchten zufolge wurde die Stahlorchidee zwangsgeräumt, nachdem der hier besungene amtsmüde Maurenzi Curtiz in einem Anfall berechtigter Panik versuchte, sich durch einen Sprung von der äußeren Plattform des Restaurants Marco Polo vor weiteren irreversiblen Schädigen seiner Ohren in Sicherheit zu bringen.)

Atlan:

When the time has come
And Uwe writes the 99
And reprints are the only future we'll see

No, I won't be afraid,
No, I won't be afraid
Just as long, Just as long as you stand by me.

If the plot that we look upon
Should tumble and fall
And the motanas should crumble to ahandaba,

I won't cry, I won't cry,
No, I won't shed a tear
Just as long, Just as long as you stand by me.

So, Zephy, Zephy, stand by me,
Oh! stand, oh Zephy won't you stand now
Stand by me.

When all your friends they have gone
You just stand by me
Oh Zephy, won't you stand now, stand by me.

When ever you're in trouble
You just stand, ohh stand.
Won't you stand, won't you stand, won't you stand....

Stand by me...

 

Zephyda:

Muss i denn, muss i denn,
zum Milchstrassle 'naus, Milchstrassle 'naus
und du, mein Schatz, bleibst hier?
Wenn i komm, wenn i komm,
wenn i wiedrum komm, wiedrum komm,
kehr i ein, mein Prinz bei dir!

Wie du weinst, wie du weinst,
dass i wandere muss, wandere muss,
wie wenn d'Lieb jetzt wär vorbei!
Sind au drauß, sind au drauß
der Mandle viel, Mandle viel,
lieber Schatz, i bleib dir treu.
Denk du net, wenn i ne andre seh, no sei mein' Lieb vorbei!
Sind au drauß, sind au drauß
der Mandle viel, Mandle viel,
lieber Schatz, i bleib dir treu.

Übers Jahr, übers Jahr,
wenn de Leser schrei’n, de Leser schrei’n,
stell i hier mi wiedrum ein.
Bin i dann, bin i dann
dein Schätzele noch, Schätzele noch,
so soll die Hochzeit sein.


(Aus bisher noch nicht geklärten Ursachen beschleunigte das Sonnensystem, in m Atlan und Zephyda ihre unsterbliche Liebe besangen unerwartet und verschwand mit millionenfacher Lichtgeschwindigkeit im Sternbild des Stieres. Erst auf den letzten Seiten des Romans kam Atlan zu Fuß, mit durchlaufenen SERUN-Sohlen und sichtlich abgemagert rechtzeitig zu Rhodans letzten Zyklusworten zurück: „Soll sie nur kommen, die Negasphäre. Dann weiß ich wenigsten, wo hinein ich den nächsten Autoren werfe, der mich allein mit einer Socke in einem Zelt einsperrt.“)

Gon-Orbhon:

I was born under a wandrin' plot
I was born under a wandrin' plot
Jets are made for flying, ships are made to pack
I've never seen a world that didn't look better looking back
I was born under a wandrin' plot

Feldhoff can make you prisoner and the plains can bake you dry
Suns can burn your eyes, but only readers make you cry
Home is made for coming from, for dreams of going to
Which with any luck will never come true
I was born under a wandrin' plot
I was born under a wandrin' plot

Do I know where hell is, hell is in hello
Heaven is goodbye forever, its time for me to go
I was born under a wandrin' plot
A wandrin' wandrin' plot

When I get to ahandaba, tie me to a star
For I'll begin to roam and soon you'll know where I will be
I was born under a wandrin' plot
A wandrin' wandrin' plot


(Anschließend holt Gon-Orbhon seine alte Flöte aus Hamel hervor und spielt und spielt und spielt; und sie alle folgen ihm. Die Motana und die Kybb und die Besch und die Schogathen und Herren und Wachen und die Titanen und alle die irgendwann einmal in den letzten beiden Jahren ihre Nase in den Plot gesteckt haben. )

Kantiran:

Mama,
du sollst doch nicht um deinen Jungen weinen.
Mama,
Einst wird das Schicksal uns wieder vereinen.
Ich werd es nie vergessen,
was ich an dir hab‘ besessen.
Dass es im Perryversum nur Eine gibt,
die mich so heiß hat gehasst.
Mama.

Und bringt das Leben mir auch Schande und Schmach,
dann denk ich nur an dich.
Es jagt mich seit Jahren, oh Mama, dein Hund.
Tage der Jugend vergehen.
Schnell wird der Jüngling ein Mann.
Träume der Jugend vergehen,
dann fängt der Plot ja erst an.
Mama, ich will deine Träne sehen,
Wenn du dann musst von mir gehen.


(Als die Außensensoren seines kaum gebrauchten Friedenfahrerschiffes den nicht überhörbaren akkustischen Angriff eines Chaos-Agenten registrieren, entschließt sich Alaska Saedelaere schweren Herzens, den bereits von der bösen Seite der Sangeskunst besessenen Rhodan-Spross doch nicht zu rekrutieren. Eine fürchterliche Fehlentscheidung des ehemaligen Logikers, die in weiterer Folge dazu führt, dass der kommende Freifahrerzyklus nicht der erwartete große Wurf wird, das Autorenteam weder Pulitzer noch Nobelpreis zugesprochen bekommt, Steven Spielberg nicht 2 Milliarden Dollar mit seiner PR-
Verfilmung „Saving General Norman“ verdient, und kurz vor dem nächsten Zyklusfinale sämtliche Mitglieder einer weltweit nahezu unbekannten Usenet-Gruppe zu ihrer und der allgemeinen Sicherheit in Gewahrsam genommen werden. )

Rorkhete:

I was down,
I was down
all my live
I have changed
so many ways
So many ways, so many
ways that it hurts inside
I've got nothing
left to say to you

Goodbye,
Goodbye my Friend
Goodbye,
Goodbye my Love
Goodbye,
Goodbye my Love
I gotta go

(Auch Rorkhete schnürt sein Reisebündel, packt zur Sicherheit noch ein paar Dutzend Reserve-„H“s ein. Sicher ist sicher, wer weis schon, welche Korrekturleser ihn in den fernen fremden Galaxien erwarten werden…)

Noch einmal Perry und Atlan (im Duett):

No woman, no cry
No woman, no cry
Zephy darling don’t shed no tears
No woman, no cry

Said, said, said I remember when we used to sit
In the holy mountain in Jamondi
And then Zephy would make the fire light
Log wood burnin’ through the night
Log wood burnin’ through the night
Then we would cook Lyresseas right shoe
Of which I’ll share with you

My socks are my only carriage
So I’ve got to push on through
But while I’m gone...

So, no woman, no cry
No, no woman, no woman, no cry
Lyressea darling, don’t shed no tears
No woman, no cry


(Perrys und Atlans Gesang wird übertönt von den einsetzenden Chorälen der 18 Milliarden Motana, die im Tross aus zigtausenden Ahandaba-Karawanenschiffen aufs
Gaspedal steigen, bevor die durch diese terranischen Kriegsgesänge aufgestachelten Kybb außer Kontrolle geraten.)

Myles Kantor:

Don't cry for me my ol’ Terra
The truth is I never left you
All through my bore days
My sad existence
I kept my promise
Don't keep your distance
And as for groupies, and as for fame
I never invited them in
Though it seems to the world they were all I desired
They are illusions
They're not the miracles they promised to be
The answer was here all the time
I love you and know you forget me
Don't cry for me my old terra.
I had to let it happen, I had to change
Couldn't stay all my life out of the plot
Looking out of the window, starring into the sun
So I chose freedom.

Don't cry for me my old terra.
(Und ES, das die gute alte Milchstrasse zwar aus ganz ungemein wichtigen Plotgründen nicht mehr besuchen oder gar betreten kann und darf, hat keine Probleme, die noch viel unsterblicher als unsterbliche ÜBSEF-Konstante samt überdimensionaler Spiralgalaxienfunktion zu sich in sein fernes Domizil jenseits der aktuellen Zyklenplanung zu holen. Myles Stimme verklingt allmählich in der Ferne, wird von dem einen oder anderen Tryortan-Schlund verschlungen und ward fortan abseits der Nachauflagen nie wieder gehört.)

Der Chor der Leser:

If you read, you can hear it call, Wailaree! (Wailaree!)
There is a Story called the Story of Sure Return
Sometimes it's peaceful, and sometimes wild and free.
Love is a traveler on the Story of Sure Return.
Swept on forever to be lost in the stormy space. (Wailaree!)
I can hear the story call, sure return, sure return, sure return, sure return. (Wailaree!)
I can hear my authors call, "Come to us." (Sure return, sure return)
I lost my faith on the story and forever my heart will yawn.
Gone, gone forever down the Story of Sure Return. Wailaree! (Wailaree!) Wailaree!
You always return to me. (Sure return, sure return)


(Eine einstweilige Verfügung des Hauses VPM sowie ein Bittgesuch der Regierungen aller deutschsprachigen Staaten unterbricht den Chor, woraufhin die Kosmokraten aus Dankbarkeit die HI in eine Verlängerungsrunde schicken.)

Norman:

I’m something special, in fact I’m a bit of a bore
If I eat a cookie, you’re probably disgusted
But I have a talent, a wonderful nose
’cause everyone listens when I start to trump
I’m so grateful and proud
All I want is to trump it out loud

(Aus dem Hintergrund schnappt sich eine Hand den Rüssel des mit Abstand beliebtesten Protagonisten aller Zeiten und schiebt ihn, natürlich nur zu dessen Sicherheit (eine Horde rüpelhafter Tier- und Kinderhasser soll sich Informationen des TLD zufolge nähern) aus dem Scheinwerferlicht. Und in den Fokus tritt…)

Klaus Frick:

So I say
Thank you for the money, the pulps I’m bringing
Thanks for all the cents you’re spending
Who can live without it, I ask in all honesty
What would life be?
Without norman or ascari what are we?
So I say thank you for the money
For giving it to me

Mother says I was an editor before I could walk
She says I began to proofread before I could talk
And I’ve often wondered, how did it all start?
Who found out that nothing can capture a reader
Like a series can?
Well, whoever it was, I’m a boss.

So I say
Thank you for the money, the pulps I’m bringing
Thanks for all the cents you’re spending
Who can live without it, I ask in all honesty
What would life be?
Without a perry or a atlan what are we?
So I say thank you for the money
For giving it to me

I’ve been so mighty, I am the boy with thousand authors
I wanna sing it out to everybody
What a mess, what a plot, what a chance!

So I say
Thank you for the money, the pulps I’m bringing
Thanks for all the cents you’r spending
So I say thank you for the money
For giving it to me

(Ende gut, Alles gut. Und wieder ist ein Bester Zyklus aller Zeiten geschrieben und in unzähligen wehrlosen Haushalten süchtiger PR-Leser verteilt worden. Über ein paar offen gebliebene Fragen wollen wir gnädig den Mantel des Ignorierens legen.

Und zum Sieger im Duell der galaktischen Mächte wird wieder einmal… der Heilige Knopf des Grossen Reset-Schalters gekürt.

Und wenn ihnen nicht die Tinte ausgeht, schreiben sie auch noch nach Ablauf der 1000 ES-loser Jahre.)

 

Plot | Teil 2 | Rezension

Tei 2

So ein Abschlussheft eines Zyklus mit den magischen beiden 9ern am Ende ist eine diffizile Angelegenheit.
Schwächen irgendwo im zweiten Akt des Dramas werden vom Publikum schnell vergessen, ein lahmer Schluss bleibt hängen und entscheidet entscheidend über das Gesamturteil.

Um einen alten Werbespot zu missbrauchen: Die Geschichte des Perryversums ist eine Geschichte der nicht so tollen Enden. (Wobei die Ausnahmen wie oft die Regel bestätigen.)

Das überflüssige cappin-überschwemmte Ende des Schwarmzyklus, Perry toller Wahlsieg im letzten Heft des Mutantenzyklus, die Horden von Garbesch als zehnbändiges Füllsel am Ende des Kosmischen-Burgen Zyklus. Der Sieg über Monos, der durch seine „Enttarnung“ so ziemlich jeden Glamour verlor. Das „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“-Ende des Abruse/Große Leere Zyklus. Seelenquells Abschuss mittels Schimmelkäse/Biomüll. Dann der große Heuler THOREGON, der große Reset-Knopf, der einen Großteil der vorangegangenen 400 Hefte zu einer unbedeutenden Sackgasse machte. Leider scheint dieses „wir schreiben alles raus, was neue Leser vielleicht verwirren könnte oder Gelegenheitsleser überfordern könnte“-Denken jetzt zur Schablone geworden zu sein.

Im Vergleich zum Sternenozean-Reinemachen ist der THOREGON-Komplex nachgerade mit dem Samthandschuh angefasst worden.

Ich glaube mich zu entsinnen, vor einiger Zeit gesagt zu haben, dass ich (ausnahmsweise) nicht böse wäre, wenn die Motana ihre Chor-Schiffe am Zyklusende zusammenpacken und nach Ahandaba auswandern. Tja, da sieht man, wie gefährlich Wünsche sein können; vor allem, wenn sie erfüllt werden. Und wie schnell man in der Hitze des verbalen Gefechts gegen die eigenen Überzeugungen, die Vernunft, die Logik und die Unversehrtheit des übergeordneten Plots spricht.

Liebes Autorenteam, wenn ich noch einmal Wünsche wider meine langjährigen Prinzipien ausspreche, bitte, ignoriert mich! ;-)

 

Plot | Teil 2 | Rezension

Rezension

Positives:

Für ein Heft, dass ich nur aus voller Seele ablehnen, verabscheuen, kopfschüttelnd weglegen kann, hat Uwe Anton doch einen sehr lesbaren und angenehm flüssigen Roman geschrieben. Obwohl kein erkennbarer Spannungsbogen vorhanden ist, nirgendwo versucht wird,
Thrill oder Action einfließen zu lassen, kein Handlungsträger irgendwann auch nur ansatzweise in Gefahr gerät, und obwohl der Inhalt mit jeder Seite unglaubwürdiger und banaler und frecher herbeigewedelt wirkte, habe ich doch ohne Unterbrechung bis zum Ende durchgehalten und kann dem Autoren Anton als aktiv Ausführendem eines perfiden Zyklusende wenig vorwerfen.

Wirklich schade, dass er sich da mit einer Triviallösung eines 100-bändigen Epos abkämpfen musste, die auch für eine Heft/Trivialserie beschämend ist. Schade, dass er seine momentane „gute“ Form für dieses Großreinemachen mit der Holzkeule verschwenden musste. Was sich da auf 50 Heftseiten und innerhalb zwei Handlungsjahren abspielte, das schlägt jede schwache Star-Trek Folge, jeden Hollywood-Blockbuster. Nur geschrieben war es wahrscheinlich besser als die Novelisierungen von „Armageddon“ oder „Catwoman“.

Atlan und Zephyda, das wird zwar nicht als große tragische Liebesgeschichte in die Annalen der Literatur eingehen, aber für den wenig Raum der dafür zu Verfügung stand, bin ich mit Antons Wortwahl und Abschiedsszenen recht zufrieden. Da gefällt mir die Balance zwischen Kitsch, Pathos und Trauer, zwischen Melodram und kleines Detail einer großen Geschichte ganz gut.


Neutrales:

Er kann’s nicht lassen. Ob es des Schelm oder der Trotzkopf im Manne ist, so wie es sich mir abzeichnet, kann ein Uwe Anton keinen Roman schreiben, in dem sein über alles geliebter Zwergelefant Norman keinen Auftritt hat. Bzw. in dem der Graue Schrecken so manchen Lesers nicht seine Erwähnung finden muss, selbst wenn er keinen Auftritt hat.

Dieses sture oder augenzwinkernde oder provozierende Wedeln mit dem roten Tuch Norman erinnert aber inzwischen leider eher an einen Fan-Autor als an einen Profi. Und ich gehe davon aus, dass UA sich durchaus über so manche durchaus gewollt überzogene Leserentrüstung amüsiert.

Nein, Norman hat diesem Roman nicht geschadet. Das hätte er selbst dann nicht getan, wenn dies der beste Roman des Zyklus gewesen wäre.

Nur sage man mir einen Grund für die folgende Formulierung:

„H.G. Adams, Mondra Diamond und dem kleinen Klonelefanten Norman war in letzter Sekunde die Flucht gelungen.“

Da geht’s um eine knappe Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse auf Terra, eine angesichts des vielen Handlungsstoffes, der noch ansteht, sehr knappe Wiederholung. Welche Rolle hatte Norman bei dieser angesprochenen Flucht aus der Solaren Residenz? Welche wichtige Information kann der Leser, der sich nicht mehr daran erinnern kann, oder das betreffende Heft nicht kennt,
daraus gewinnen?

Genau, _keine_. Das ist m.E. noch ein Spiel zwischen dem/den Autor(en) und den Lesern. Und sollte allmählich abseits der Haupthandlung, im Begleitmaterial, seine Fortsetzung finden.

Pingelig?

Natürlich, aber trotz angesichts des gewaltigen Fehlgriffes, der sich mit diesem Zyklusfinale abzeichnete, ist mir die Formulierung ins Auge gesprungen.

Nur ein Name? Klar. Andererseits wird ein paar Absätze weiter beschrieben, wie sich alle in der MS befindlichen Unsterblichen zur Solaren Residenz aufmachen und bejubelt werden. Auf Monkey und Roi Danton, der mit der TRAJAN auf jedem Fall im Sonnensystem sein sollte, wird da aber vergessen. Schlimme Zeiten für Rhodans Söhne… ;-)


Negatives:

Genug der Nitpickerei. Bevor ich in gewohnter Kürze meine Laudatio über so manche Vorstellungen unserer Zukunftshistoriker aus Rastatt bezüglicher glaubwürdiger Konfliktlösungsstrategien halten werde, gibt’s noch ein paar Worte über eine arg misslungene Szene, die ich dann doch dem Autoren und nicht dem Expokraten zuordne.

Es gibt viel zu erzählen, viel zu besprechen, viel aufzuräumen, die Toten zu bestatten, das Heimatsystem gegenüber einen vielleicht wenig skrupellosen Bostich wieder wehrfähig zu machen, ein Dutzend Sternenhaufen in die MS zu integrieren, und wie wir noch erfahren, einen Massenexodus zu organisieren.

Doch zuerst: Wir unterbrechen die laufende Handlung für einen ganz wichtigen Außeneinsatz unseres Überall-Zugleich- Kümmerers Perry Rhodan!

…Man stelle sich vor. New Orleans ist überflutet. Die US-Army gerade eben vernichtend geschlagen, das Kabinett droht mit Auflösung. Da meldet sich das PD Washington beim Präsidenten mit einer Geiselnahme. Ein Opa hat seinen Enkel in seine Gewalt gebracht und will mit dem Präsidenten sprechen.

Wer traut sich sagen, was an dieser Situation so unglaubwürdig ist? Dass der Präsident/Resident sofort ausrückt und die übrigen Kleinigkeiten im Tagesgeschäft erst mal liegen lässt?

Nein! Das es irgendeine Behörde/Polizeistelle gibt, die bei einer „simplen“ Geiselnahme überhaupt daran denkt, den Präsidenten/Residenten tatsächlich zu informieren. Für solche Fälle sollte es allemal noch dafür ausgebildete Psychologen und Spezialisten geben, die sich eher und leichter in das Innenleben eines armen Teufels einklinken können.

Als eher schlichten Kunstgriff könnte ich mir die Episode zu Beginn eines Zyklus oder in Zeiten von erkennbarem Leerlauf vorstellen, wenn ein gelangweilter Resident seufzend auf ein neues Abenteuer wartet. Wenn der Plot sich verdichtet, den Höhepunkt erreicht, mag ich solche handlungstechnische „Schlangenhände“ gar nicht.

Alles in allem: die Szene um den vom Schicksal gebeutelten Greis war herzerbärmlich inszeniert und ins Spiel gebracht.

Ich glaube durchaus zu verstehen, was der Autor uns damit sagen wollte. Dass er die Selbstzweifel und die innere Reflektionen eines Perry Rhodans angesichts der neuerlichen Katastrophe für Terra eben _nicht_ nur als inneren Monolog beschreiben wollte. Dass er daraus eine kleine Spielhandlung machen wollte. PR mit dem kleinen Mann konfrontieren wollte.

Das mag gut gemeint gewesen sein, aber die Dramaturgie und die Glaubwürdigkeit der kleinen Episode war haarsträubend. Und, muss ich zugeben, habe ich nicht verstanden, warum und wie der arme, alte, gebeutelte Mann seinem Nachfahren hätte etwas antun können? Nach all den persönlichen Schlägen, die er erlitten hat.

Angesichts der Unwirklichkeit der Szene halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass hier der Redakteur in letzter Sekunde aus einer passiven „Nachdenkszene“ in einem ohnehin actionarmen Roman eine aktive „Spielszene“ zu machen verlangte.

Wie auch immer, so unvorbereitet die Szene begann, so folgenlos und dramatisch leer endete sie.


Die ganz dunkle Seite des Negativen:

Wer seine Freude an diesem grandiosem Abschluss eines grandiosen Zyklus hatte, sollte sich die restlichen Zeilen besser sparen, denn viele netten Worte werden mir dazu nicht mehr einfallen.

Wer seine Schlussstriche gerne fett und doppelt unterstrichen hat und Vergangenes gerne in gut verschlossenen Kisten endlagert, wird meine Abneigung kaum nachvollziehen können. Und sollte sich freuen, dass ich nicht er es ist, dem sich der unangenehm nagende Gedanke auftut, viele Stunden mit dem Lesen mehr oder weniger gelungener Geschichten verbracht zu haben, die kein Auskommen, keinen weiteren Platz in der größeren Geschichte haben. Stunden, die vielleicht doch besser mit dem Lesen _anderer_ Geschichten verbracht worden wären. Stunden, bei denen es jetzt gar leicht wäre zu behaupten, sie seien vergeudete Stunden gewesen.

Motana und Kybb, Titanen und Sektierer, Zephyda und Lyressea, Gon-Orbhon und Kharzani, Jamondi und Arphonie, Magellan und PRÄTORIA, Hayok-Archipel und Sektierer, eine zerstörte solare Flotte und der Zwist mit Bostich/Arkon. Abgehakt, erledigt, reden wir nicht mehr darüber. Denn Donnerstag kommen die Vorboten des Chaos.

Es ist ja weder neu noch originell, dass die Handlungselemente des einen Zyklus in den folgenden zur Bedeutungslosigkeit verkommen. Bis zu einem gewissen Grad ist das gar nicht anders möglich, um die ganz harten dramatischen und markttechnischen Vorgaben und Bedingungen zu erfüllen, die für eine Heftserie existieren.

Vielen Stamm- und Langzeitlesern mag das nicht besonders gefallen, aber in einer zügigen, einen soliden Spannungsbogen aufbauenden Handlung ist es kaum oder gar nicht möglich, all die Linguiden, Scholmoten, Loower, MVs, Laren, Porleyter, Maahks, Tefroder, all die Freunde und Verbündete aus Dutzenden Galaxis, in einer ihnen gemäßen Form im Plot unterzubringen.

Die Serie ist eben nicht das wirkliche Leben, und alle Fantasy/SF-Elemente außer Acht gelassen, kann sie nur das ungemein vereinfachte Bild einer möglichen Realität darstellen.

Da tut sich einer der vielen Spagate auf, die Expokraten und Autoren zu schlagen haben, um ihre Geschichten zu erzählen. Wird das alte Handlungselement einfach vergessen? Ein paar Leser werden sich erinnern und lästige Fragen stellen.

Also doch lieber irgendeine Erklärung zusammenschustern, warum man von X und Y nichts mehr hört oder gehört hat. Da wird dann gerne eine hungrige SI bemüht, die innere Einkehr eines ganzen Volkes oder einer Galaxis, oder ein langer Trip ins Universum.

Die aktuelle „Lösung“ wurde zumindest schon von längerer Zeit angedeutet. Sie ist damit nicht unbedingt ein absolut spontaner Entschluss und aus heiterem Himmel in einem Heft schnell abgewickelt.

Die Rigorosität, mit der das Wegschreiben des abgeschlossenen Zyklusinhaltes geschah, übertrifft allerdings die schlimmsten Befürchtungen.

Die singenden Motana dürften bei vielen Lesern nicht besonders „angekommen“ sein. Die Chor-Schiffe waren und sind den doch vielen „Hard“-Sf-Fans ein Dorn im Auge. Mit ein bisschen Recherche und Aushorchen der Fans hätte man dieses ablehnende Verhalten vielleicht voraussehen können.

Alleine, das Missgeschick war geschehen, Welten und Welten voller Motana waren in die Milchstrasse entlassen. Schiffe, denen, wie wiederholt gesagt wurde, die HI nicht viel ausmachte, deren Leistung nur von Training und Können und Gesangskunst der Crew abhängig war.

Zuviele Motana, um sie wie Mutanten als Einzelbegabte zu behandeln. Und Schiffe, die angesichts der HI derart bedeutend und militärisch herausragend waren, dass es nicht erklärbar gewesen wäre, warum ein PR oder Bostich sie in den nächsten Abenteuern vergessen oder ignorieren hätte können.

Ein schöner Schaden, das!

Aber halt, das ist doch eine SF-Serie. Was wie bekannt ein Synonym für „Seltsame Fisionen“ ist.

Ist nicht auch der letzte verbliebene Wächter der Oldtimerstation einfach ins Universum entschwirrt? Oder der Schwarm? Die SOL sogar mehrmals?

Was liegt da näher, als die ungeliebten Völker der Sternenhaufen samt ihres psitechnischen Brimboriums ebenfalls entschwirren zu lassen? Da gibt’s doch ohnehin eine alte, ziemlich verrückte Schildherrin, die von ihrem mystischen Ahandaba träumt. Na prima!

Eine kurze Bestandsaufnahme:

Seit Jahrzehntausenden stehen sich Kybb und Motana gegenüber, erstere haben zweitere unterjocht und in Massen getötet und auf vielen Planeten fast ausgerottet.
Im Namen zweier bösen Götter, nämlich Kharzani und Gon-Orbhon.

Zwei Terraner bringen neue Hoffnung, veranlassen einen Aufstand der Unterdrückten, führen sie zum Sieg.

Und jetzt stehen zwei Vielwelten-Kulturen in den Trümmern der alten Ordnung, die einen PSI mäßig ungeheuer mächtig, die anderen aufgrund ihrer Technik und ihres technischen Geschicks. In einer Galaxis, die aufgrund der HI zur Zeit ziemlich machtlos ist.

Eine interessante und komplexe Ausgangslage. Aufgrund der aktuellen Lage wäre es den Galaktikern und den Motana vielleicht möglich, innerhalb eines eher knappen Zeitfensters, die Kybb auszurotten, also einen geplanten Genozid durchzuführen.

Nein, das ist Lösung. (Das wäre noch schlimmer als die Ameisenlösung in Clifford Simaks berühmten City-Geschichten.)

Verträge, Verhandlungen, Kontrollen, Teilisolationen, Verschiebungen der Machtverhältnisse, neue Bündnisse, politische Grauzonen, aber halt… gerade haben wir unsere Leser dazu erzogen, sich an den keksigen Abenteuer des lieben Normans zu erfreuen, da sollen wir sie mit Politik, Grautönen und gaaanz schrecklich komplizierten© Machtblöcken verwirren? Kann man so einen Kybb eigentlich in einen Rucksack geben? Tröten Motana auch, und mögen sie Kekse? Sind Kybb-Trakken stubenrein? Wollen wir uns noch länger von diesem Nörgler von sorglosem Naturell wegen der Jodelschiffe veräppeln lassen?

Nein, machen wir lieber Nägel mit Köpfen!

So weit, so gut. Ich kann’s ja verstehen, die Beweggründe. Und den Druck des Marketings in nicht zu großen Intervallen interessierten Lesern einen reibungslosen, einfachen Neueinstieg zu ermöglichen.

Aber warum muss man innerhalb von zwei Jahren einer vermutlich großen Anzahl von Dauerlesern, die wohl überwiegend der großen, fortlaufenden Geschichte wegen die Serie lesen und nicht der einzelnen Hefte wegen, den großen Reset-Knopf vorsetzen, die Null-und-Nichtig-Machung hunderter Hefte?

Noch dazu diesmal mit einem Holzhammer verabreicht, der den Thoregon-Abschluss zu einem feinfühligen Verhackstück mittels chirurgischem Skalpell macht.

Was das Autorenteam mich glauben machen will:

Die Schildherrin Andaxi, vor kurzem noch an der Schwelle des Todes, resignierend und müde, hat tausende Schiffe bauen lassen, um „ihre“ Völker gen Ahandaba zu führen. Dazu gehört schon viel Glauben und Vertrauen. Warum aber war sie dann derart in sich gekehrt und erledigt? 5000 Schiffe, mit einem Mehrfachen des Volumens eines Kybb-Titanen. Was da wohl für Techniken eingebaut sind? Vielleicht keien Offensiv-Waffen, aber wenn sie nicht völlig irre ist, doch wohl schöne, tolle Defensivwaffen und Schutzschirme?

Als ihre Welt kurz vor dem Untergang stand, und ein Wunder nötig war, um es zu retten, warum hat sie nicht einmal daran gedacht, auf dieses Arsenal zuzugreifen? Wäre es ihr lieber gewesen, die Arbeit von Jahrtausenden zu vernichten? Alles umsonst gewesen sein zu lassen?

Alleine der Anblick, die Drohung durch diese Archen, hätte die Angreifer womöglich die Flucht ergreifen lassen.

Gon-Orbhon und seine alte Kollegin treffen sich. Die beiden finden, dass sie ihrer Zeit entrissen sind. Traurig für die beiden. Und sie beschließen, mit Mann und Maus, Motana und Kybb, lieber das weiter zu suchen. Weil sie ja unterwegs ihrer Zeit nicht so entrissen sind?

Und Mann und Maus, Motana und Kybb, überlegen nicht lange und jubeln den beiden Unbekannten, dem großen Feind von gerade eben zu. Und schließen sich an. Und alle anderen Völker, die in den uns beheimateten Sternenozeanen zu hause waren.

5000 Archen der beschriebenen Größe sind eine Menge. Damit lassen sich sicher Welten evakuieren. Für de Notfall erträgt man schon mal ein bisschen Gedränge. Aber wie sieht es aus, wenn man für viele Generationen in diesen Archen leben muss?

Die naturverbundenen Wald- und Wiesenläufer der Motana? Die teleportierenden Delphine aus den Weiten der Ozeane?

Von wie vielen Welten sprechen wir? Nachdem alle bis auf einen der Sternenhaufen geräumt wurde, wohl von einer Menge. Einige davon waren ja um ein Vielfaches größer als Jamondi oder Arphoni.

Und nirgendwo scheint sich ein Volk oder eine Splittergruppe dagegen verwehrt zu haben?

Die Motana, die eben erst gelernt haben, kleine Rochenschiffe zu fliegen, werden wohl schnell auf Riesenarchen umgeschult. Wieviel da wohl notwendig sind, um so ein Ding zu bewegen? Und vergessen wird nicht, um vorletzten Kapitel des Romans, etwa drei Jahre nach Bekanntwerden des Plans, haben sie die Mächtigkeitsballung von ES hinter sich gelassen. In Zeiten der HI eine beachtliche Leistung.

Der Gutmensch PR steht da wohl drüber, aber seltsam, dass ein Bostich nicht dem einen oder anderen Motana-Volk ein Angebot gemacht hat, das diese nicht ablehnen konnten? Auch die Arkoniden sind ja nahe Verwandte der Sänger!

Innerhalb von Monaten scheinen Kybb und Motana das friedliche Zusammenleben gelernt zu haben. So nah verwandt dürften da Motana und Terraner doch nicht sein.

Es muss schon toll für die Motana sein, auf 25 Kilometer mit den ehemaligen Peinigern zusammen zu leben. Viel toller als endlich in Freiheit auf ihren angestammten Welten zu leben.

Hmm, ob man uns PR-Lesern wohl auch um ein Sparbuch die Golden-Gate Bridge verkaufen könnte? Oder eine Maschine, die aus 5 Euro Scheinen 1000 Euro Scheine macht?

Ganz nebenbei erhält Perry das Angebot, sein Volk an Bord der Archen vor der nahenden Negasphäre in Sicherheit zu bringen. Anhand der Textstellen dürfte mit dem Volk wohl die Bevölkerung Terras bzw. des Sonnensystems gemeint gewesen sein.

Seine Ablehnung sollte in die Geschichtsbücher eingehen. Nein, nicht etwa, dass dann ja noch Billionen (?) anderer „Terraner“ in der MS zurückblieben, Trillionen Humanoider, und unzählige galaktische Freunde. Nein, „wir schaffen das schon, irgendwie, danke, nein.“

Sollte er als „ehrlicher“ Politiker nicht sein Volk entscheiden lassen? Jeden einzelnen entscheiden lassen, ob er das Angebot annimmt? Die freien Plätze eruieren und eine galaxis-weite Verlosung durchführen?

Da werden nicht mal Ausreden wie die von der zu befürchtenden Panik gebracht, von Mord und Totschlag, wenn das Angebot bekannt würde.

„Nein danke, ich brauche meine Leute nicht, damit im nächsten Zyklus wieder viele, viele gefährdet sind und Millionen sterben müssen, damit Milliarden leben dürfen.
Und damit unsere Lesen nicht um eine leere Erde zittern müssen…“

Wie lange dauert es wohl, geschätzte tausende Welten zu evakuieren? Welt um Welt zu besuchen, die Bewohner geordnet umzusiedeln? Ja, das dauert viele… Monate!

Aber halt, da gibt es noch einen Sternenhaufen, eh nur ein ganz kleiner. Dort gehen seltsame Dinge vor. Lassen wir ihn lieber unbeachtet. Und ganz, ganz sicher geht von ihm keine Gefahr aus. Ist ja nur unerreichbar und irgendwie seltsam und bedrohlich. Sollen sich doch die Terraner darum kümmern. Immerhin müssen demnächst wieder 100 Hefte gefüllt werden.

Das Angebot der Evakuierung lehnt Perry ab, aber warum erbittet er sich als eine Art Wiedergutmachung ein paar Archen als Leihgabe für ein paar Jahre aus? Um damit eine faktische Möglichkeit zu haben, relativ schnell und sicher zur Prä-Negasphäre Hangay zu kommen, um sich dort umzuschauen? Die 10-20 Milliarden „echten“ Terraner hätten wohl ebenfalls ein paar dieser 5000 Archen belegt?

Ach ja, die wären mit Beginn des nächsten Zyklus ja ohnehin irgendwie kaputt gegangen…

Wie schaut’s mit ein bisschen Technologietransfer aus? Mit ein paar Einblicken in die Kybb-Titanen, von denen eine Handvoll ja noch existierte?

Dafür war wohl keine Zeit, Perry musste ja den Tröster für alte Veteranen spielen.

Was war mit dem ES-Boten? Eine Erwähnung wäre er schon wert gewesen.

Kantiran? Nistet sich ein paar Jahre bei Satrugar(neu) ein, und natürlich bleibt sein treuer Gefährte Pancho Vill… äh
Mal Detair bei ihm. Ob da zwischen den beiden wirklich nichts läuft? ;-)

Da besiegt der Rhodan-Spross seine große Nemesis Ascari; und dann muss er des Plots willen für ein paar Jahre auf die Halde? Nicht etwa, dass er durch Magellan reist, seiner Unrast folgt, nein, er schlägt seine Tage tot. Ob die Friedensfahrer wirklich solche Langeweile suchen?

Bostich? Seinem Hund Shallowain durfte nichts angetan werden. Jetzt kehrt die RICHARD BURTON zurück, und seine Lieblingsmascantin ist tot, unter reichlich seltsamen Umständen.

Kein Wort zur Beziehung Terra/Arkon nach der Gon-Orbhon Invasion. Warum nützt Bostich die Situation nicht aus? Wie hat Rhodan ihn beruhigt? Wir wissen aus der Leseprobe, dass das Verhältnis Rhodan/Bostich, Terra/Arkon in zehn Jahren entspannter zu sein scheint als vor dem Hayok-Zwischenfall.

Dürfen wir da ein paar Dutzend Hefte noch besser vergessen als die Sternenozean-Geschichten selber?

Maurenzi Curtis kündigt seinen Rücktritt an. Perry findet das schade und will ihn zum Bleiben überreden.

Aber Moment mal, so wie ich die terranische Demokratie verstanden habe, wird der Erste Terraner gewählt, nicht aber der Resident. Der gewählte Erste Terraner ernennt dann einen Residenten, oder tritt bereits mit einem fest ernannten Kandidaten zur Wahl an. Demnach wäre Rhodan beim Rücktritt von Maurenzi erst mal seinen Job los. Und müsste vom neuen ET neu ernannt werden. In der Lage der LFT im Jahr 1333 nicht gerade geeignet, die Situation zu entspannen. Dem Dialog zwischen PR und Curtiz zufolge ist seinangekündigter Rücktritt aber nur eine persönliche Sache.


Fazit:

Es tut mir richtig leid es sagen zu müssen: aber das ist ein Nadir der Serie. Eine Ploterfüllungshandlung, ungemein naiv und banal zusammengeschustert. Ohne Rücksicht auf Verluste. Die Leser wollten die Motana nicht. Also lassen wir sie ziehen. Das schaffen wir locker in 30 Seiten eines Romans, ein bisschen Zauberei und alles löst sich in Wohlgefallen auf.

PR ist Trivialliteratur, und das wird diesmal sehr eindrucksvoll und überzeugend bewiesen.

Da will man Mut zeigen und heiße Probleme der Gegenwart anpacken. Nicht nur in fernen utopischen Gefilden schwelgen, sondern auch ein bisschen was zu Gott und der Welt sagen. Ein Bemühen, das ich aus einigen Kommentaren von (z.b.) Robert Feldhoff, herauslese. Darüber kann man geteilter Meinung sein, das überfordert oft genug die Gesetzmäßigkeiten der Action-Handlung.

Und mit solchen Rabiatschlüssen führt sich jede Absicht dann schnell ad absurdum.

Leider lässt sich dieser Roman wohl nicht mehr ungeschehen machen; wird kein Kosmokrat an einem weiteren Rädchen eines Kosmonukleotids drehen, und Perry und Gon-Orbhon und co. stehen wieder am Ende der großen Schlacht um das Sonnensystems und müssen einen Weg in die Zukunft finden.

Die ungeliebten Jodelschiffe sind weg. Nach der großen Schlacht waren’s ohnehin nicht mehr so viele, und einen Nachbau hätte die HI unmöglich machen können.

Weg ist auch ziemlich der Glaube, dass irgendein kommender Zyklus mal einen zufrieden stellenden, nicht furchtbar banalen Ausgang haben wird.

Mal sehen, was Terranova bringt. Werden jetzt die Romane über die HI nachgeholt, die schon vor zwei Jahren hätten geschrieben werden sollen? Nach Tradom und dem Sternenozean ist meine Neugier recht gering geworden.

Trotzdem, mal sehen.

 

Metadaten

Dieses Visier wurde verfasst von Rudolf Thiess

Die aktuelle Version wurde am 15. July 2006 in die Datenbank eingepflegt

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