Im Visier 2224

Zugrunde liegender Roman: Leo Lukas - Spezial Agent 707

Plot | Teil 2 | Rezension

Vorbemerkungen und Plot

Plot:

Waehrend sich die Elite der LFT-Mutanten, das bekannteste Planhirn der Galaxis und die erfolgreichsten TLD-Agenten die Zeit bis zur Entdeckung ihres Versteckes, des Speichers, vertreiben, erlaubt es sich der drogensuechtige Doppel-7-Agent Corg Sonderbon den Schergen des Bostich-Halunken Shallowain in die Haende zu fallen.

 

Plot | Teil 2 | Rezension

Tei 2

Oder in Kurzform: Viele warten, einer plaudert.

Aber haben wir wirklich die ganze Geschichte vorgesetzt bekommen? Fehlt da nicht der Bericht der nachfolgenden Untersuchung der Ereignisse?

Die Hauptpersonen der Nachbetrachtung:

Corg Sonderbon - Der mit dem Aufreissspruch: "Mach mir 'nen Broccoli, Baby"

Kantiran - Der mit den Ameisen tanzt

Gucky - Der mit dem bestversicherten Nagezahn der Galaxis

Filana Karonadse - Die Frau in Rot (die nie und nimmer ein Verhaeltnis mit dem Produzenten der TLD- Castingshow hatte)

Der Maulwurf - Die Frau, von der man spricht

Icho Tolot - Auch die Grossen muessen mal schweigen

Diana Treu - Die Frau TLD-Inquisitorin fuehlt den Schmerz

Luke Skywalker - Der falsche Mann am falschen Ort

Startac Schroeder und Trim Marath - Das doppelte Lottchen

Wie es sich fuer jeden ordentlichen Geheimdienst gehoert, fuehrte natuerlich auch der TLD nach den verworrenen Ereignissen im SPEICHER auf Hayok eine penible Nachuntersuchung durch. Im folgenden nehmen wir einen kurzen Einblick in die dabei entstandenen (streng vertraulichen) Untersuchungsprotokolle:

DT: Diana Treu, Ermittlerin der TLD fuer innere Angelegenheiten, Abteilung 0815. SoKo Adams zur Aufklaerung der Ereignisse die zur Entlarvung und damit zum Verlust des als SPEICHER nicht bekannten Geheimstuetzpunktes auf Hayok.

Die vorgeladenen Personen sind angehalten, laut und klar und langsam zu sprechen, damit die Positronik die beiden mitlaufenden Protokoll-Tonbaender ordnungsgemaess ueberwachen und justieren kann.

Befragung Eins: Icho Tolot

DT: Icho, meinen Unterlagen zufolge, war Dein einziger Beitrag in dem zu untersuchenden Zeitraum eine Wortspende, an deren genauen Wortlaut sich niemand mehr erinnern kann oder will. Was hast Du zu Deiner Entschuldigung vorzubringen?

IT: Sie!

DT: Wie? Wer? Hast Du meine Frage nicht verstanden?

IT: Sie! Es heisst "Sie"...

DT: Lassen wir ES aus dem Spiel. ES hat sich zurueckgezogen...

IT: _S_ _I_ _E_. Wir Haluter erwarten uns eine respektvolle Anrede!

DT: Ooh, ein kleines Missverstaendnis meinerseits. Aber ich fuerchte, da haben wir ein kleines Problem. Ich _kann_ Dich leider nicht siezen.

IT: Natuerlich koennen Sie, auch im Interkosmos gibt's dafuer leicht verstaendliche, allgemeine Regeln...

DT: Du siehst das falsch. Natuerlich koennte ich Dir gegenueber das "Sie" verwenden, aber ich kann und darf nicht. Du warst leider nicht anwesend, als wir Terra nach dem Tag der Hyperimpedanz wieder aufgebaut haben. Du traegst ja nicht mal ein T-Shirt. Tut mir leid, aber der Kodex ist da streng, nur wir, die wir die Erde wieder zu dem gemacht haben, was sie frueher einmal war, verdienen dieses Privileg.

IT: (saeuselnd) Eins, zwei, drei, ganz ruhig, Icho, drei, vier, fuenf, das geht vorueber, fuenf, sechs, sieben... Na gut, was willst _Du_ also von mir genau wissen?

DT: Leider musste die Befragung abgebrochen werden, da der alte, verkalkte Haluter sichtlich unter einem hyperimpedanz bedingten Ausfall seines Planhirns leidet und sich als lernresistent zeigte. Was faellt dem grauen Kerl bloss ein, mich einfach zu duzen...!

Irgendwelche verwertbare Informationen duerften von diesen Resten des einstigen Tolots ohnehin nicht zu erwarten sein.

Befragung Zwei: Filana Karonadse

DT: (Rascheln vom Durchblaettern mehrere Aktennotizen und ausgedruckten Persoenlichkeitsprofilen) Ersparen wir uns die langen Vorreden; wenn ich mir eure Berichte genau durchlese, muss ich zum Schluss kommen, dass Du mehr oder weniger fuer das Ableben von gleich zwei Agenten dieses Stuetzpunktes verantwortlich bist.

FK: Ja, immer auf die Kleinen. Die anderen haben ihre Staranwaelte oder Freunde ganz weit oben. Denen wird immer verziehen... (schluchzt, putzt sich die Nase) Wenn der Mausbiber eine Extratour abzieht, gibt's gleich eine alles entschuldigende Petition vom Mausbiber-Fanklub Ernsting, wenn Norman den halben Mond in Truemmer legt, marschiert der Pressesprecher Frick des Ersten Terraners auf, wenn Sohnemann Kantiran Amok laeuft, droht dieser Exopkrat Feldhoff, den noch keiner gesehen hat, gleich mit Armageddon, falls seinem Protege ein Haar gekruemmt wird, aber die kleine Positronik-Reinemachefrau, die ist natuerlich an allem Schuld.

DT: Es entspricht doch den Fakten, dass Du Mayk Molinas, genannt der Maulwurf, die High-Tech Brillen aufgesetzt hast, die letztlich zu ihrem Ableben beigetragen haben?

FK: Gucky hat mich gebeten, es zu tun. Und der hatte eine schriftliche Order von irgendeinem Evangelisten...

DT: Die Rolle des Mausbibers wird noch geklaert haben. Und nach Gon-Orbhon wuerde ich mich nicht auf irgendwelche ominoese Heilsverkuender berufen, die es vermutlich gar nicht gibt...

(Stimme aus dem Off: WER HAT SICH AN MEINEM MANUSKRIPT ZU SCHAFFEN GEMACHT? DAS HABE ICH DOCH NIE GESCHRIE...)

DT: Hast Du das gehoert?

FK: Duerfte nur das Hutschpferd von Kantiran gewesen sein. Das quietscht ein wenig; und er hat sich im Nebenzimmer sein Jugendzimmer eingerichtet.

DT: Und noch viel schwerwiegender ist Dein Schweigen zum Verschwinden von Corg Sonderbon. Haettest Du sofort Alarm geschlagen, waere es Deinen Kollegen vielleicht noch gelungen, ihn rechtzeitig zurueckzuholen.

FK: Ich wusste es ja, immer nur Aerger mit den Maennern. Glotzen dich mit ihren grossen, hilflosen Augen an, versprechen dir das Blaue und Gruene vom Himmel, und dann hauen sie einfach ab. Mit diesem Dieter, der das TLD-Casting geleitet hat, war's genauso. 60% aller TLD Voter haben fuer mich gestimmt, und wohin hat Dieter mich dann geschickt, als wir alle Teppiche durchhatten? Auf diesen trostlosen Stuetzpunkt im galaktischen Nirgendwo. Corg war doch der einzige richtige Mann hier, so ein suesser, knackiger Hintern, keine Ahnung, warum er hier gelandet ist...

DT: Vielleicht weil der suesse knackige Hintern einmal zuviel Feinberuehrung hatte? Mit mir nicht, habe ich damals beschlossen, jetzt schick ich dich dorthin, wo nicht mal der Pfeffer mehr waechst... Aeh... lassen wir diese alten Erinnerungen. [Positronik: Bemerkung aus Protokoll streichen.] Setz' bitte fort!

FK: An wen haette ich mich denn klammern koennen? Den dicken Koch? Den Mausbiber, der dir das Bett vollhaart? Die beiden Mutanten-Schuechtis? Ich war in einer Zwangslage. Nach dem 11.9. hat ja nicht mal mein suendteurer syntrongetriebener Luxusvibrator funktioniert... ich sass auf dem Trockenen....

DT: Die Befragung musste hier leider abgebrochen werden, da die Vernehmung eine Richtung einschlug, die fuer eventuelle noch nicht volljaehrige TLD-Sachbearbeiter, die wegen des Rechnerengpasses die notwendige Anzahl von Abschriften verfassen muessen, nicht als geeignet erscheint.

Befragung Drei: Startac

DT: Oh, aus Gruenden, die ich euch hoffentlich nicht erlaeutern muss, fuehre ich nur Einzelvernehmungen statt.

ST: Ja, ich verstehe. TM: Ja, wir verstehen.

DT: Es gibt auch nur einen freien Stuhl. Und ich habe nur eine Taschenlampe.

ST: Wir haben keine Geheimnisse voreinander. Wo Trim ist, da bin auch ich, und wo ich bin, da ist auch Trim. TM: Ja, das stimmt.

DT: Aber es gibt doch sicher Momente, in denen ihr euch trennt?

ST: Natuerlich, aber ich muss schon sagen, die Stunden in Trims Hochzeitnacht vor seiner Tuer, die waren ganz schoen lange...

TM: Tut mir leid, ich habe mich beeilt und so schnell gemacht, wie ich nur konnte. Noch schneller, und mein Zwilling waere gekommen. Und fuer einen Dre...

DT: Die Befragung musste hier leider abgebrochen werden, da die Vernehmung eine Richtung einschlug, die fuer eventuelle noch nicht volljaehrige TLD-Sachbearbeiter, die wegen des Rechnerengpasses die notwendige Anzahl von Abschriften verfassen muessen, nicht als geeignet erscheint.

Befragung Vier: Mayk Molinas, genannt der Maulwurf.

DT: Mayk, oder Mole, oder Maulwurf, wie immer Du es bevorzugst, genannt zu werden, kannst Du mich hoeren.

MM: ....

DT: Nach Aussagen von nLeutnant Guck hast Du Deine Persoenlichkeit, deine UEBSEF-Konstante, Deine Seele, in die Positronik des SPEICHERS uebertragen. Kannst Du mich jetzt hoeren?

MM: ....

DT: [Um einen eventuell besseren Kontakt zu der unter zu klaerenden Umstaenden unter Umstaenden umgekommen Mayk Molinas zu erhalten, habe ich mir diverse positronische Einrichtungen in das Vernehmungszimmer bringen lassen, die moeglicherweise als Aufenthaltsort fuer ihr Bewusstsein dienen koennen. Ich beginne mit diesem Staubsauger!]

DT: Mayk Molinas? Bist Du da drinnen? Kannst Du mir einige Fragen beantworten? [Geraeusch des sich oeffnenden Staubbeutelbehaelters] Mayk Molina...hrhh... hrrh... ...hust...

DT: [Ich versuche es mit diesem positronisch gesteuerten Trockenrasierer.]

DT: Mayk Molinas? Es ist wichtig. Gib Dich zu erkennen!

MM: ....

DT: [Eine Spielkonsole] Mayk...? [Ein Ghettoblaster] Mayk...? [Eine Mikrowelle] Molinas? Mole...? [Ein Taschenrechner, gehoert anscheinend einem gewissen HoHo, duerfte keiner der anwesenden Agenten sein, hoffentlich braucht er ihn nicht, wo immer er auch gerade ist...] Mayk...?

MM: ....

DT: [Was haben wir hier noch? Nur noch dieser Stabmixer, der wohl dem Gourmetchef Dario Da Eshmale selbst gehoert... Oh..., nein, doch kein Stabmixer, das Teil ist syntronisch und gehoert Filana...] Mayk...?

MM: Aaaaaah....!

DT: Die Befragung musste hier leider abgebrochen werden, da die Vernehmung eine Richtung einschlug, die fuer eventuelle noch nicht volljaehrige TLD-Sachbearbeiter, die wegen des Rechnerengpasses die notwendige Anzahl von Abschriften verfassen muessen, nicht als geeignet erscheint.

Befragung Fuenf: Kantiran

DT: Eure Hochwohlgeboren...

K : Ich will mit meinem Vater sprechen!

DT: Es tut mir leid, aber der ist zur Zeit leider nicht erreichbar.

K : Das ist mir egal, ich will mit meinem Vater sprechen. Und wenn Du ihn nicht sofort verstaendigst, halte ich solange die Luft an, bis er hier ist.

DT: Aber Kantiran, das ist doch kin...

K : Ich bin ein Absolvent der elitaersten arkonidischen Militaerakademie. Stelle meine Kompetenz und meinen Durchblick nie wieder in Frage!

DT: Mein Junge, ich spuere ja den Zorn und den Hass in Dir.. (ooh, the pain...), aber Du musst dagegen ankaempfen.

K : Ich bin nicht Dein Junge, meine Alte.

DT: Trotzdem habe ich ein paar Fragen an Dich, die auch ein arkonidischer Militaerakademieabbrecher beantworten koennen sollte.

K : Okay, ich halte jetzt die Luft an... [Atmet einmal tief und deutlich hoerbar ein.]

DT: Na gut, in der Zwischenzeit hoere ich mir mal die Aussage zweier "Gaeste" an. [Verlaesst das Zimmer]

Befragung Sechs: Stan und Ollie

DT: Ich hoffe, ihr geniesst die Gastfreundschaft der LFT und des TLDs. Ich habe auch nur ein paar einfache Fragen, und dann duerft ihr wieder als freie Arkoniden diesen Stuetzpunkt verlassen...

S : Ollie...!

O : Da hast du uns ja wieder was Schoenes eingebrockt!

S : Ich kann doch nichts dafuer, woher haette ich wissen sollen, dass die Addresse, an der wir dieses verdammte Klavier abliefern sollten, zu einem TLD-Stuetzpunkt gehoert.

O : Sei still, das Reden uebernehme ich.

S : Du bist mir doch nicht etwa boese?

O : Sei einfach still; und spiel "Kniechen, Naeschen, Oehrchen". (nuschelnd) Haette ich mir doch bloss Buster als Partner genommen. Der konnte wenigstens schweigen...

DT: Die Befragung musste hier leider abgebrochen werden, da die beiden Einzuvernehmenden begannen, sich gegenseitig auf den Kopf, die Nase oder in die Augen zu schlagen.

Befragung Fuenf: Kantiran (Fortsetzung)

DT: Hast Du Dich inzwischen mit Dir geeinigt, ob Du mit mir reden willst?

K : .... (hmpf.. hmpff...)

DT: Dein Gesicht ist fast schon so rot, wie arkonidische Pupillen sein sollten. Meinst Du nicht, dass es langsam reicht?

K : .... (hmpf.. hmpff...)

DT: Okay, ich gebe Dir noch ein wenig Gelegenheit um einzusehen wie kindisch Du Dich benimmst!

Befragung Sieben: nLeutnant Guck

DT: Gucky, ich darf Dich doch Gucky nennen, oder? Ich hoffe, wenigstens Du kannst mir sagen, was hier genau geschehen ist. Es ergibt doch alles keinen Sinn. Die LFT-Elite, Mutanten, Agenten, Wissenschaftler, ihr sitzt hier tagelang herum, dreht Daeumchen, und wartet darauf, dass die Arkoniden euer Versteck finden? Dazwischen laesst ihr noch Mayk Molinas sterben und Corg Sonderbon alias Matt Helm alias Derek Flint alias Lemmy Caution alias Jimmy Bondi alias Tom Collins alias Mike Murphy alias Jack Clifton einfach verschwinden.

G : Ich war beschaeftigt.

DT: Mit welcher Art von Taetigkeit? Dein Bericht laesst da einiges an Details offen.

G : Das ist vertraulich.

DT: Du weisst, das wir von der Internen da einen sehr strengen Kodex haben. Niemand ausser Dir und mir, meinen Vorgesetzten, den LFT-Ministern und den Studenten, die die Abschriften machen, wird jemals erfahren, was Du zu sagen hast. Du kannst mir also vertrauen.

G : Niemand sonst? Ich kann mir ganz sicher sein, dass das dann nicht in irgendeinem trashigen Weltraumepos fuer Nerds und aehnliche Coach-Helden landet? Und irgendwelche Hobby- Noergler sich dann noch das Maul zerreissen, wie unfaehig und dilettantisch sich diese Mausbiber verhalten?

DT: Nichts wird jemals durchsickern. Vertrau mir einfach.

G : Ich habe Kantiran aber versprochen...

DT: Auch Kantiran wird nichts erfahren!

G : Na gut. Zuerst wollte ich mir von dieser rothaarigen Positronik-Tante ja das Fell kraulen lassen, aber die scheint irgendeine Haar-Allergie zu haben und ist lieber wie ein Schosshund hinter diesem Arme-Leute-Agenten hergelaufen. Da hab' ich mich halt an Kantiran gehalten...

DT: Damit er Dir das Fell krault...?

G : Das wollte er nicht. Ausserdem bin ich mir nicht sicher, ob ich ihn _so_ nahe an mich heranlassen will, womoeglich verwechselt er mich mal im Halbschlaf mit seiner Mutter, wir sollen uns ja sehr aehnlich schauen, und das waere...

DT: Komm bitte zur Sache, ich muss bald mal nach Kantiran schauen, bevor er zu sehr blau anlaeuft!

G : Kantiran braucht meine Erfahrungen und mein Vorbild, damit aus ihm mal was Ordentliches wird. Ich war schon immer der Meinung, dass in mir ein ausgezeichneter Lehrer steckt. Der Umgang mit Shallowain und all diesen Arkoniden, der hat dem Jungen gar nicht gut getan.

DT: Du hast also versucht, aus Kantiran einen guten Terraner oder einen noch besseren Mausbiber oder sonstetwas zu machen?

G : Ein wenig seltsam formuliert, aber es trifft in etwa zu...

DT: [Aus Gruenden der LFT-Sicherheit wurden die folgenden Aufzeichnungen geloescht. Kantiran ist ein ganz normaler Junge, der zufaellig der Sohn des grossen terranischen Obermackers und der grossen arkonidischen Zicke ist. Kantiran ist kein Mutant, der Tiere beeinflussen kann!]

DT: Aus Gruenden des Exposes muss auch diese Vernehmung abgebrochen werden. Wesentliche Fakten werden dann rechtzeitig zum Ende des laufenden Zyklus nachgereicht.

Befragung Fuenf: Kantiran (Fortsetzung)

DT: Du schaust aber gar nicht gut aus, mein Junge. Bist Du sicher, dass Du die Luft noch lange anhalten kannst.

K : .... (hmpf.. hmpff...)

DT: Laut Aussagen von nLeutnant Guck habt ihr mehrmals den Speicher verlassen, um Dich mit Exponaten fuer ein Ameisenterrarium zu versorgen. Du hast Dich dabei wiederholt als hervoragender Ameisendompteur erwiesen. Was sagst Du dazu?

K : .... (hmpf.. hmpff...)

DT: Mir faellt dazu so ganz nebenbei an, dass vor einiger Zeit die Solare Residenz Ziel einer perfiden Kleintier- attacke war. Unsterbliche und Residenzpersonal wurden dabei von flohaehnlichen Kreaturen befallen, deren Herkunft nie ermittelt werden konnte. Weil ich damals auch mit diesem Fall betraut war, muss ich Dich fragen, wo Du Dich zu diesem Zeitpunkt aufgehalten hast, falls dieser Aufenthaltsort mit Terra identisch war, mit welchem Fahrzeug Du unter derzeitigen Bedingungen die Strecke Hayol-Terra so schnell zuruecklegen konntest, und wer Deine Auftraggeber sind. Du hast das Recht zu schweigen, alles was Du sagst, kann vor dem Militaergericht gegen Dich verwendet werden. Du hast das Recht auf einen Anwalt, wirst aber keinen finden, weil zur Zeit alle LFT-Anwaelte von der Sekte Gon-Orbhon beschaeftigt werden oder das Buch Gon-Orbhon in eine juristisch einwandfreie Form bringen. Du hast das Recht... Kantiran...? Kantiran!

[Im Hintergrund ein dumpfes Aufschlagen.]

DT: Kantiran, lass den Unsinn. Kantiran! Kantiran...?

DT: Die Vernehmung musste leider unterbrochen und anschliessend beendet werden, weil die Sturheit des Zu-Vernehmenden leider staerker als seine autonomen Koerperfunktionen waren. Trotz zehnminuetiger Unterbrechung der Sauerstoff- zufuhr ins Gehirn konnte Kantiran wiederbelebt und gerettet werden. [Wozu eigentlich?] Allerdings scheint seine PSI-Begabung, die jetzt nicht laenger geheimgehalten werden muss, ein wenig gelitten zu haben. So wie es die Experten schildern, hat sich die Richtung der suggestiven Beeinflussung umgekehrt, und Kantiran ist es, der von Tieren in der Naehe "gelenkt" wird. Anders ist sein staendiges Bellen, Miauen, Pfeifen, Maennchen machen und Gackern nicht zu erklaeren.

DT: Die genauen Ereignisse im Speicher werden sich wohl niemals vollstaendig rekonstruieren lassen.

DT: Filana scheint mit ihrem neuen Mayk-Molinas besessenem "Spielzeug" sehr zufrieden sein und vermisst die ausgefallene Syntronsteuerung ueberhaupt nicht mehr.

DT: Ich braeuchte dringend einen Fernflug irgendwohin in die Galaxis. Oder besser nach Andromeda oder Tradom. Und das bevor der Resident von seinem Strandaufenthalt in Jamondi zurueckkommt!

Luke Skywalker: Yoda, was ist denn mit Dir geschehen? Wo kommt dieser alberne Zahn her? Und wo hast Du Dein Laserschwert gelassen? Wo sind wir hier eigentlich? Nein, ich will Dir nicht das Fell kraulen...! Yoda, schau mich nicht so seltsam an....

usw, usf, ...

Auch ein Roman, der vorwiegend aus "leeren Kilometern" besteht, kann viel Spass machen.

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So, beenden wir den Osterfrieden und eroeffnen die boese Woerterjagd auf arme wehrlose Autoren...

(Vorsicht vor diversen Spoilern zu 2225 !)

 

Plot | Teil 2 | Rezension

Rezension

Positives:

Leo Lukas hat's geschrieben. Damit wird auch ein Roman- bzw. Handlungsfragment wie 2224 immer noch ein unterhaltsames Stueck Verweilliteratur.

Das was er als Expose erhalten hat, kann an relevanten Eckdaten wohl kaum mehr als ein "unsere Helden x,y und z vertreiben sich die Zeit bis zur Entdeckung des SPEICHERS" enthalten. (Allerdings ergibt sich ein klein wenig anderes Bild, wenn man erst mal den Nachfolgeroman 2224 gelesen hat. Demnach muessen sowohl der Maulwurf, bzw. dessen Schicksal, als auch der seltsame Agent Sonderbon und sein persoenlicher Werdegang aus dem Expose stammen. _Die_ grosse Ueberraschung von 2225! (zumindest fuer mich))

Am vielversprechensten lesen sich die Szenen zwischen Kantiran und Gucky. Dialoge zwischen zwei Mutanten ueber ihre PSI-Kraefte sind zwar von ihrer Natur her nicht unbedingt aus dem Leben gegriffen, aber das Bild, das Lukas von beiden zeichnet, ist fuer mich als Leser nachvollziehbar und glaubwuerdig. LL scheint ohnehin der _einzige_ unter den Autoren zu sein, bei dem Mausbiber Guck mehr als ein aufgezogener, spruecheklopfender mechanischer drittklassiger Standup-Comedian ist. Es tut einfach gut, einmal (manchmal) von einem Gucky zu lesen, der ein Innenleben hat, den ein mehrtausendjaehriges Leben gebeutelt und erfahren gemacht hat. Dass dabei ein klein wenig ein Yoda aus dem Ilt durchschimmert, nun, das sei nachgesehen, immerhin darf der Nicht-Mehr-Plofre ja in ganzen und korrekten Saetzen reden.

Selbst Kantiran wirkt versoehnlich, und mit ein wenig Wollen und Gefuehl und entsprechendem handwerklichen Geschick kann es vielleicht gelingen, den Sohnemann wieder dort anschliessen zu lassen, wo er nach seinen ersten drei Auftritten bereits war. Ehe Nagula, bzw. richtiger gesagt das Expose des Romanes, ihn als albern-laecherlichen "Sprich nicht mit mir! Ihr hasst mich alle! Fuer einen jungen Mann meines Alters bin ich doch unheimlich reif und erfahren, also nimm mich gefaelligst mit" Geck versenkte.

Nicht, dass ich Kantiran wohl je viel abgewinnen werde, dafuer ist er mir viel zu sehr zielgruppenorientiert und mit wenig sympathischem Marketing-Kalkuel ins Spiel gebracht. Aber als etwas fader Roi Danton Abklatsch, der eine PSI-Gabe braucht um doch noch irgendwie "verkaufbar" zu sein, stoert er auch nicht allzusehr - wenn er wie in 2224 die boesen Charakter- Fettnaepfchen meidet, die im Verlauf eines PR-Zyklus auf jede handelnde Figur warten.

Von einem Cameo-Auftritt von Laurel und Hardy abgesehen, war der Roman fuer Lukas geradezu dezent und zurueckhaltend.

Neutrales:

Mayk Molinas, der Maulwurf, duerfte insgesamt recht gut bei den Lesern angekommen sein (bzw. den sich artikulierenden Lesern). Die Rueckkehr in die Handlung war deswegen nicht unerwartet. Allerdings hatte Lukas nicht mehr wirklich viel zu der Figur zu sagen. Das offene Ende des vorangegangenen Lukas-Romanes war deutlich interessanter und anregender als die nicht uebermaessig originelle "Wendung", die das Schicksal der seltsamen Frau jetzt nahm. Der "Geist in der Maschine" ist leider zum Standardrepertoire innerhalb der Serie geworden, und auch ein Lukas (bzw. ein Castor in 2225) konnten (oder wollten) da keine neue Facette finden oder beschreiben.

Was natuerlich auch daran liegen mag, dass schlichtweg nicht genug Platz im Manuskript war, um naeher, ausfuehrlicher, "tiefer" auf Molinas einzugehen. Denn...

...dieser Platz wurde (leider) (_leider_!) fuer Agent Sonderbon gebraucht.

Selbst eine etwas misslungene Lukas-Figur hat immer noch mehr Reiz und Tiefe als so mancher Symbiontentraeger (nicht Alaska!) oder Sektierer oder Psychopath, der uns in anderen Heften vor allem bestimmter Autoren angeboten wird.

Trotzdem halte ich Sonderbon fuer eine ueberraschend misslungene Figur, die bereits nicht mehr unter "Neutrales" sondern bereits unter...

Negatives:

...abgehandelt werden kann.

Der "James Bond" der LFT waere gar nicht mal so auffaellig eine Parodie auf den unkaputtbaren Superagenten geworden, wenn der eher schwache bis klamaukhafte Titel "Spezialagent 707" nicht einen Inhalt suggeriert haette, der so gar nicht vorhanden war.

Agent 707 haette besser in den Schnappszahlband 2222 gepasst, so aber duerften sich doch gar manche Leser eine Fortsetzung der witzig-absurden Auflockerung von der eher duesteren Grundhandlung erwartet haben. Lukas und James-Bond, ob passend oder nicht fuer PR sei einmal hintangestellt, das erweckt eine Erwartungshaltung. Die dann zu keinem Moment im Roman erfuellt wurde.

Dafuer war Agent 707 eine viel zu tragische, traurige Erscheinung, dessen glamouroeser Auftritt sich schnell als Mogelpackung entpuppte. Nach einer zuegigen Mission Impossible Pre-Titel Sequenz machte es naemlich keinen _Spass_ mehr, die weiteren Abenteuer und Erinnerungen des Superagenten zu verfolgen.

Schnell erinnerte Sonderbon (wo wohl das abschliessende "d" abgeblieben ist?) mehr an diverse Bond Epigonen wie Matt Helm oder Jack Clifton, oder Sledge Hammer ("Ich weiss, was ich tue"); danach kippte der Witz vollends ins Tragische.

Das war womoeglich beabsichtigt, aber innerhalb des Rhodan- Kontexts, innerhalb von 50 Manuskript-Seiten, die mit einigen weiteren Handlungsfragmenten geteilt werden mussten, blieb von dem "Schock", den der Bruch mit der Wartung vielleicht bringen sollte, wenig uebrig. Zu knapp gehaltene Rueckblenden, die irgendwie das entscheidende Schluesselerlebnis des jungen Sonderbon doch nicht erfassten, brave, zuechtige Bettszenen, die uns weismachen wollen, dass die LFT-Agentinnen im Speicher ein wenig naiv, beeinflussbar und sehr dumm sind, eine Sucht, die eine ganze Schar angeblich unglaublich toller LFT-Agenten nicht erkennt - der Sonderbon-Teil der Handlung zerbroeselte geradewegs mit jeder weiteren Romanseite.

Bis ich mir wuenschte, diese zum Grossteil "leeren" Seiten waeren auf Molinas und Gucky/Kantiran aufgeteilt worden.

(Schon klar, dann waere doch das Action-Element der Handlung verlorengegangen! Und 99975 Leser haetten sich beschwert, weil zu wenig Schuesse in ihrem PR-Heft gefallen waeren. Tja, das waere ihr gutes Recht, aber wie das Leben nun mal spielt, ist es in diesem Fall halt jetzt _1_ Leser, der sich ueber zuviel und unnoetiges und letztendlich eher langweiliges Pseudo-Actiongeplaenkel beschwert. ;-) )

Das klingt ingesamt sehr kritisch, aber ich will damit nicht sagen, dass die Seiten und Kapiteln um den Junkie-Agent nicht lesbar und auf seltsame Weise doch vergnueglich waren.

Nur konnte Sonderbon kein einziges Mal seinem Vorgaenger als Lukas-Zentralfigur, Mayk Molinas, das Wasser reichen. Zu unausgegoren war dieses Gebraeu, manchmal fast wie ein Leo Lukas auf Autopilot.

Auf der Strecke blieben auch Tolot, Trim und Startac. Vor allem der Haluter haette "beim Warten" eine aktivere und bestimmendere Rolle spielen sollen und muessen.

In Erinnerung bleiben wird dafuer wohl der Auftritt der beiden S/W-Komiker. Ein grosser Freund von solchen Einbruechen unserer Pop-Kultur in das Perryversum bin ich (bekanntermassen) nicht, dafuer wuerden sich m.E. eher PR-Publikationen _ausserhalb_ der Hauptreihe eignen. (Eine PR-light/PR-Comedy TB-Reihe liesse sich womoeglich sogar an den Mann, bzw. den Kaeufer bringen?)

Seltsamerweise war dieses Cameo aber nicht einmal so stoerend und auffaellig. Es dauerte sogar ein paar Absaetze, bis bei mir der sprichwoertliche Groschen fiel. (Ich schaeme mich deswegen ja auch fest...) Trotzdem hoffe ich, dass derartige Auftritte dann doch die Ausnahme bilden, dass demnaechst weder Karl Valentin noch Karl Farkas, auch nicht Mr. Bean oder Pan Tau ihre 15 min PR-Rampenlicht geniessen werden.)

Ansprechender fand ich die Anspielung auf den Jungen, der mit seinem kleinen Raumschiff/Gleiter in die Raumstation vordrang, um diese zu sprengen. Aus Maerchen werden Mythen und Legenden, und viele Jahre spaeter wird es dann schwer zu unterscheiden, was einmal wirklich war, was frei erfunden ist, und was auf irgendwelchen Tatsachen beruht. Nachdem einem Bericht zufolge bereits 10% aller Englaender glauben, dass Hitler eine erfundene Figur ist, wesentlich mehr aber Koenig Artus fuer historisch belegt halten, ist das ein Ansatz, mit dem sich die PR-Autoren ein wenig "spielen" koennen.

Fazit:

Ein unwichtiger Roman im PR-Kontext, der wohl nur dazu dient, den ach so wichtigen Viererblock "voll zu machen". Versaeumnisse und Leermomente sollte man daher eher (oder nur) dem Expose anlasten.

Lukas hat "geliefert", und auch wenn ihm groesstenteils kein "grosser Wurf" gelungen ist, die meisten der vorangegangenen Romane laesst er locker hinter sich.

Trotz der Unwichtigkeit der Handlung dachte ich gar nicht daran, die Seiten querzulesen oder zu ueberspringen. Und das schreibe ich alleine auf sein Konto, auf sein Vermoegen eine Auftragsarbeit nach recht schwacher Vorlage immer noch unterhaltsam zu gestalten, Figuren zu skizzieren, denen man ein Eigenleben ansieht.

Ein wenig, bzw. immer mehr erinnert er mich damit an den dabei innerhalb des PR-Teams unuebertroffenen WiVo. Mit etwas (oder viel) zusaetzlichem Schalk im Nacken.

Rudolf

PS. Und naechste/diese Woche: "Terraner als Faustpfand"; fast das Gegenteil des Lukas-Romans: Vorlage hui, Ausfuehrung leider eher ... (Ja, da werde ich mal wohl ganz krass _gegen_ die Meinung vieler Castor-Fans schreiben! ;-) )

 

Metadaten

Dieses Visier wurde verfasst von Rudolf Thiess

Die aktuelle Version wurde am 01. Oktober 2006 in die Datenbank eingepflegt

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