Sprachnörgeleien 2471

Zugrunde liegender Roman: Arndt Ellmer - Das Geschenk der Metaläufer

Schreibfehler:

S.47: „geha-bt“
Uff, da hat das Silbentrennungsprogramm wieder Hochform demonstriert.

Sprachliches:

Warum gibt es die Rubriken „Schreibfehler“ und „Sprachliches“ in diesem Zitatgenörgel überhaupt? Um zu dokumentieren, dass ich restlos mit der diesbezüglichen  Qualität zufrieden bin.

Erstaunliches:

S.10: „‚Bitte, tu mir den Gefallen und geh die letzten hundert Meter zu Fuß‘, sagte der Ilt. Rhodan öffnete den Mund zu einer Frage, aber Gucky schüttelte den Kopf. ‚Später, Perry! Nur so viel: Es hat nichts zu bedeuten.‘“
Und das Erschreckende: Den letzten Satz glaube ich. Aber was soll das dann? Zeigen, dass Gucky eine eigenständige Persönlichkeit ist? Sehr gelungen.

S.16: „Der Kontrast zu dem vier Meter hohen Tolot neben ihnen konnte nicht größer sein.“
Und wegen dieses Kontrastes war Tolotos extra auf zwei leere Apfelsinenkisten geklettert, damit er die vier Meter auch erreichte.

S.22: „CHEOS-TAI nahm noch einmal Fahrt auf, änderte den Kurs und brachte sich in den Ortungsschutz einer namenlosen, blauweißen Sonne“
1126 Kilometer Durchmesser, nie wurde man müde von der Mondgröße zu schreiben. In welcher Sonnensphäre würde solch ein Gebilde Ortungsschutz erlangen?

S.27: „Ihre Stimme klang warm und weich. Und tröstend. Nicht wie die eines Freundes oder einer Geliebten, sondern wie die eines gleichberechtigten, gleich starken Partners.“
Diesen Unterschied müsste man mir erst mal sehr genau erklären, bevor ich auch nur die geringste Vorstellung von den geschilderten Stimmunterschieden entwickeln könnte.

S.30: „halb transparente......Oberfläche erinnerte an gebürstetes Aluminium“
Habe es schon moniert und weiß, dass es so im Datenblatt steht, also auch für die Autoren nicht veränderbar ist. Aber wenn etwas halb transparent ist, dann mag die Oberfläche vielleicht grau sein, wenn sie aber so konkret beschrieben wird, wie hier, dann fällt es schwer eine Transparenz damit in Zusammenhang zu bringen. Darf man ja wohl noch mal erwähnen.

S.30: „Kameras beobachteten die Kugeln Tag und Nacht. Keine Erkenntnisse......‘Was wir mit unseren Standardgeräten erkennen können, ist nur die Sekundärwirkung, also die Reaktion der Umgebung‘.....‘Wie wirkt sich die Strahlung auf das Schiff aus?‘ ‚Nicht erkennbar.‘“
Dilettanten aller Länder vereinigt Euch! Wir beobachten fest installierte Kugeln mit Hilfe von Kameras, könnte ja sein, dass sie plötzlich doch fliegen können oder die Farbe wechseln möchten. Und die Strahlung erkennen wir nur aufgrund der Wirkung auf die Umgebung, die allerdings nicht erkennbar ist. Das sind mal Fakten.

S.47: „ ‚Du hast eine Vision der Zukunft, aber du behältst sie noch für dich.‘ ‚Du bist ein guter Beobachter, Gucky!‘“
Man lese mal nach, womit sich Perrys Beobachtungen und Überlegungen zu diesem Zeitpunkt befassen. Wer da Visionen entdeckt, muss schon an Halluzinationen leiden.

S.50: „die JULES VERNE war anschließend mit ihren Protonenstrahl-Impulstriebwerken durch eine erneute Strukturlücke ins Solsystem zurückgekehrt.“
Und nachdem wir gerade noch gelesen haben, wie flink sich die Traitanks auf solche Lücken stürzen, passiert hier gar nichts mehr? Verwirrend.

S.50: „Der Servoautomat des Krankenzimmers gab einen Warnton von sich. Was er bedeutete, lernte man im ersten Semester an der Raumakademie von Terrania.“
Hat jemand dies Semester besucht und kann für mich den Sinngehalt des Warntons dolmetschen?

Ärgerliches:

S.19: „der Kontextwandler – oder ‚diese verdammte schrottreife hottehütechnische Zeitmurksmaschine unseres Oberstinkers‘, wie Gucky es einmal ausgedrückt hatte“
Und damit sind dann alle Fragen der Leser zu dieser Konstruktion ein für allemal mit oberster Autorität vom Tisch gewischt? Witzig formuliert aber absolut unbefriedigend im Sachgehalt.

S.46: „Für die Insassen der JULES VERNE hatte er alles getan, um diese Gefahr so gut wie möglich gering zu halten......Um alle Besatzungsmitglieder über Transmitter in die Beiboote zu holen und diese auszuschleusen, veranschlagte der Chef......eine Viertelstunde.“ S.48: „Für eine Evakuierung war es zu spät.“
Obwohl reichlich Zeit gewesen wäre, nur wenige Besatzungsmitglieder an Bord überhaupt noch etwas gegen die Gefahr hätten ausrichten können, die meisten also problemlos entbehrlich waren und deutlich war, dass das Schiff selbstmörderische Aktionen durchführte? Alles was fehlte war der Befehl zur Evakuierung. Wie hieß der Verantwortliche? Sofortige Degradierung!
Ach so, ich vergaß: Es bestand ja gar keine Gefahr, waren ja genügend Unverzichtbare an Bord, konnte also gar nichts passieren.

Bemerkenswertes:

S.49: „In sitzender Haltung ohne Stuhl oder Sessel irgendwo anzukommen ist nicht gerade die Ideallinie. Aber Gucky hielt Rhodan telekinetisch fest“
Sehr schönes kleines Detail!

 

 

So, das war’s. Unter prchronik.com ist glücklicherweise ein Zähler mitgelaufen und sagt mir, dass dies die 262te Sprachnörgelei ist, die ich als Solist geschrieben habe. Lässt man frühere Kooperationen also außen vor, dann sind das nun volle fünf Jahre.
Zeit für den Absprung.
Wenn andere Foristen hier weitermachen wollen: Ich würde es sehr begrüßen.. Vielleicht tun sich auch zwei oder drei zusammen so wie früher? Was die Motive angeht kann ich ja mal sagen, wie es mir damals erging: Ich hatte die Nase voll vom Inhalt der Serie und brauchte eine Zusatzmotivation, sie weiter zu lesen. Indem ich sie parallel zu meinem Wochenendsuchrätsel machte, blieb ich dann auch in mageren Zeiten dabei. Aber jetzt möchte ich wieder oberflächlich und mit weniger Zeitaufwand lesen, allerdings mit der Befürchtung im Nacken, dass ich das erstmal wieder trainieren muss. Und ob der erste große Klops wie der berühmte Trompetenstoß auf das alte Kavalleriepferd wirkt, bleibt abzuwarten. Gebe ES, dass ich dem widerstehe.
Zum Schluss noch ein Dank an alle Leser, die sich den Quatsch mehr oder weniger regelmäßig angetan haben. Bis denne.

Metadaten

Diese Nörgelei wurde verfasst von Kritikaster

Die aktuelle Version wurde am 29. Dezember 2008in die Datenbank eingepflegt

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