Sprachnörgeleien 2450

Zugrunde liegender Roman: Robert Feldhoff - Evolux

Vorab: Großes Lob! Lektorat und Korrektorat haben einen sauber geschriebenen Roman nahezu fehlerfrei zum Druck gegeben.

Schreibfehler:

S.12: „Linear-triebwerken“ S.24: „ana-lysierten“ S.30: „Mon-dra“ S.32: „Fle-cken“ S.54 „mächtigs-ten“
Prima, das Trennprogramm haut ja mächtig zu. Schade, dass alle Trennungen mitten im Zeilentext stehen, sonst wäre es noch schöner.

S.13: „Medot-ank“ S.69: „Medor-oboter“
Den Trennungen am Zeilenende würde man dagegen etwas mehr Treffsicherheit wünschen.

S.41: „weil Evolux nicht einen, sondern Hunderte zentrale Raumhäfen besaß.“
Terminale Kolonne, Chaotische Geflechte, Finale Schlacht, Ultimater Rat und so weiter. Die willkürliche Großschreibung unter dem Deckmantel des Eigennamens ist in letzter Zeit ziemlich ausgeufert. Aber 'Hunderte Raumhäfen‘ ist nun wirklich endgültig übertrieben.

Sprachliches:

S.68: „WOMM! WOMM!.....Er riss die Augen auf und starrte auf den unterarmlangen schwarzen Finger, der sein Visier beharkte wie einen Amboss. WOMM! WOMM!“
Was dieser Finger macht, scheint doch eher ein Hämmern zu sein – was dann wiederum auch zum Amboss passen würde. Diesen zu beharken, scheint mir ohnehin etwas sachfremd.

Erstaunliches:

S.5: „Hinter ihnen lag ein Sprung über zwanzig Millionen Jahre, und die Tatsache, dass die syntronischen Komponenten ausgefallen waren, bewies, dass sie in etwa die Gegenwart erreicht haben mussten.“
Nimmt man diese Aussage ernst – und warum sollte man nicht ?– dann wird also von einer eng begrenzten zeitlichen Dauer der erhöhten HI ausgegangen.

S.5: „Margin-Chrilox war noch exakt dasselbe Hochenergie-Monster wie vor dem Zeitsprung.“ S.6: „Margin-Chrilox war ein zentralgalaktisches Black Hole mit 37 Millionen Sonnenmassen.“
In der Tat, genau wie vor 20 Mio Jahren. Wie realistisch ist denn das? Kann ein Black.Hole dieser Dimension in unmittelbarer Nachbarschaft zu unzähligen Sternen über einen so langen Zeitraum wirklich praktisch unverändert sein?

S.20: „Interkosmo wird in einer Translatorversion gesendet, sodass sich jeder unsere Sprache übersetzen kann.“
Bisher dachte ich immer, der Empfänger würde mit Hilfe eines Translators die Originalsprache für sich übersetzen. Was soll da dann eine Translatorversion des Absenders und wie könnte die überhaupt von der Originalsprache abweichen – und warum? Mit vielen Ys, weil man mal vermutet, es gebe Blues in dieser Galaxis – oder mit blubbernden Geräuschen dazwischen für etwaige Wasserbewohner?

S.37: „Am nächsten Morgen waren die Elmsfeuer und Aureolen, Begleiterscheinungen des Kontextsprungs, ausnahmslos verschwunden..“
Das heißt, während der Schiffsinspektion der Yakonto geisterten sie noch herum, ohne dass die Inspektoren ihnen eine Bedeutung beimaßen? Merkwürdig.

Ärgerliches

S.22: „ ‚Castun Ogoras‘, formulierte Rhodan, ebenfalls in der Sprache der Mächtigen, ‚die JULES VERNE kann jegliche Erklärung liefern.‘ “
S.27: „ Rhodan gab keine Antwort. Er konnte nicht, weil die Wahrheit die Zeitexpedition der JULES VERNE verraten hätte. ...‘ich habe dir keineswegs alles gesagt, das ist wahr, aber es war keine einzige Lüge dabei.‘ “
Zumindest, dass er jede Erklärung liefern könne, war aber eine Lüge.

Bemerkenswertes:

S.37: „Rhodan zog seine Kleidung aus, schlüpfte zu ihr unter die Decke und wärmte sie. Das Letzte, was er sah, bevor das Licht erlosch, war Norman in der Ecke, dessen Rüssel schläfrig zur Seite sank.“
Norman als Allegorie – so mag ich ihn.

Metadaten

Diese Nörgelei wurde verfasst von Kritikaster

Die aktuelle Version wurde am 03. August 2008in die Datenbank eingepflegt

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