Sprachnörgeleien 2355

Zugrunde liegender Roman: Arndt Ellmer - Die Ressourcen-Welt

S.20: „ ‚Es scheint sich um ein rechteckiges Gebilde von ungefähr 21 mal 15 Kilometern Durchmesser zu handeln’“
So, so. Durchmesser. Ist das nicht so etwas wie eine gerade Linie durch den Mittelpunkt, beim Kreis auch als doppelter Radius bekannt? Was ist denn bei einem Rechteck der Durchmesser? Die Diagonale? Eine beliebige Spiegelachse? Eine beliebige Gerade durch den Mittelpunkt? Wer kann es korrekt definieren und was ist im Roman damit gemeint?

S.23: „entzog sich Jaghiros Kenntis“
Aha, der Kenntis. Scheint wohl noch so ein besonderer Sinn der Ameisen zu sein, wer weiß, wie viele die überhaupt haben.

S.27: „folgten einer schummrigen, ewig flackernden Beleuchtung in die Tiefe.“
Das ist mir zu umgangssprachlich. Niedergeschrieben und noch dazu im Rahmen von Science-Fiction ist der Ausdruck ‚ewig’ doch ein wenig anders zu verstehen, als nur in Bezug auf einen läppischen Wackelkontakt.

S.43: „Mühsam gelang es ihm, den Gleiter zur anderen Seite zu kippen, eine Schleife zu fliegen und hin in eine einigermaßen sichere Fluglage zu bringen.“
Aber eben nur einigermaßen, denn wie der Text schon prophetisch verrät: Eigentlich ist der Gleiter hin.

S.49: „ ‚Und was sollen wir jetzt tun?’ Hevror ta Gosz machte Anstalten, sich dem Nebel zu nähern Taje hielt ihn hastig zurück. ‚Für lebensgefährliche Versuche ist es zu früh.’“
Und das muss ausgerechnet Taje sagen, der bereits mehrfach versucht hat mit verschiedenen Körperteilen festzustellen, wie sich das in oder hinter dem Nebel so anfühlt.

S.50: „Taje war froh, dass er die Zahl der Opfer nicht kannte. Vier Millionen Akonen lebten ungefähr in Kon-Osar. Mit etwas Glück würden neunzig Prozent von ihnen das Chaos überstehen.“
Und wer hat das vorgegeben? Feldhoff oder Castor? Und wo hat Taje das gelesen? In seiner Situation weiß er nicht einmal, was überhaupt passiert. Ob das Chaos erst beginnt oder sich schon einem Ende nähert, ob es zur völligen Auslöschung aller Lebewesen führt – für keine dieser Möglichkeiten hat er irgendwelche Hinweise. Da ist die Schätzung der Überlebenden schon ziemlich an den Haaren herbeigezogen.

S.50: „Taje rollte sich instinktiv zusammen. Mit leicht angewinkelten Beinen prallte er auf den Boden, federte wieder hoch und schlug drei Salti“
Ach ja, die Abteilung Sport. Wer macht das nach? Aus fünf Metern Höhe zusammengerollt zu fallen und trotzdem noch zu federn. Und wieso sind trotz Zusammenrollens die Beine nur leicht angewinkelt?

S.51: „Taje lief weiter. Er fand das zweite Wesen. Vermutlich stammte es aus dem ersten Fahrzeug, und der andere hatte es aus irgendeinem Grund verfolgt.“
Taje for Polizeipräsident! So viel detektivischer Scharfsinn ist schon bemerkenswert. Wieder schlussfolgert er ohne erkennbare Hinweise. Wie kommt er darauf, dass nicht der Verfolgte sondern der Verfolger tot ist und woher weiß er, welches Wesen in welchem Fahrzeug saß. Hat er etwa den Roman mitgelesen?

S.52: „schnellte sich zur Seite. Er landete auf den Ellenbogen, stieß sich mit den Handflächen ab und zog die Beine an. Ein kräftiger Stoß gegen den Boden ließ ihn ein paar Meter durch die Luft segeln.“
Ich traue mich nicht, diese Übung auch nur im Ansatz auszuprobieren, da ich ziemlich sicher bin, dass dabei schon die Ellenbogen irreparabel geschädigt würden. (um es mal vornehm auszudrücken) Sollte jemand sich in der Lage sehen, diese geschilderte Akrobatik durchzuführen, wäre ich für die Übersendung des Videos dankbar, damit ich wenigstens eine Vorstellung davon bekomme, wie das gemeint sein könnte.

Metadaten

Diese Nörgelei wurde verfasst von Kritikaster

Die aktuelle Version wurde am 01. Oktober 2006in die Datenbank eingepflegt

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