Sprachnörgeleien 2334

Zugrunde liegender Roman: Leo Lukas - Im Auftrag der Friedensfahrer

S.11: „Mittlerweile hatten sie das Parr-System verlassen...Er führte seinen Schützling in die Besonderheiten der Kapsel ein......nicht zuletzt die Mentalsteuerung. Diese erlernte Kantiran in Rekordzeit....jedenfalls beherrschte er die mentale Befehlseingabe schon nach wenigen Tagen perfekt.“
Und da denken wir mal einen Moment daran zurück, wie Alaska das erlernt hat. Da war noch Voraussetzung, dass er das Thonische nicht nur als Sprache beherrschte, sondern auch in dieser Sprache dachte. Und bei Kantiran reicht seine Psi-Gabe, um dem tierischen Bordrechner Befehle zu geben? Nicht überzeugend.


S.13: „ ‚Ich will nur ein paar deiner Analysegeräte mit meinen Dwarmaris kombinieren’, Kantiran klopfte auf eine Art Halfter, das er um die Hüfte geschnallt trug.“
’Trug’ ist das Stichwort. Eher noch ‚trügerische Erinnerung’. Nämlich offensichtlich meine. Ich war doch bis zu dieser Szene der festen Überzeugung, dass Kanti seine Ameisen endgültig und für alle Zeiten abgelegt hatte. Hat noch jemand das Heft in dem sie letztmalig erwähnt wurden? Habe ich das möglicherweise nur geträumt, weil ich die Krabbler nicht ausstehen kann?

S.24: „Bei jedem Wort blähte sich der violette Kehlsack zur Größe des restlichen Körpers auf und fiel schlaff wieder zusammen. ‚Sucht euch einen Platz, Leutchens, damit wir loslegen können.’ “
Auludbirst – wie er sich hier nennt – ist schon eine interessante Kreatur. Aus vielerlei Gründen.
Bläht er wirklich bei jedem Wort? Oder bei jeder Silbe? Was macht er bei längeren Wörtern? Wäre interessant zu erfahren.
Aber ein physikalischer Nebeneffekt seines Kehlsacks macht mir viel mehr zu schaffen: Sein Körper ist – auch wenn das nirgendwo exakt beschrieben wird - in jedem Fall nicht wesentlich kleiner als ein menschlicher. Wenn sein Kehlsack also bei jedem Wort das Luftvolumen in dieser Größenordnung ansaugt und vor dem nächsten Wort wieder ausstößt , um es dann erneut einzusaugen – braucht man dann in seiner Nähe Halteseile für sicheren Stand?

S.34: „ergriff der von Chyndor empfohlene Aspirant das Wort“
Habe ich schon wieder was verpasst. Erst hat ihn  Satrugar empfohlen. Dann hat ihn Alaska empfohlen. Okay. Aber was hat er mit Chyndor zu tun?

S.46: „Die meisten Operationen der Friedensfahrer verliefen minimallinvasiv“
Wenn man schon die neumodischen Methoden verwendet, sollte man sie zumindest richtig schreiben können. Es fördert sonst nicht das Vertrauen der Patienten.


S.52: „Es tat ihm ehrlich Leid für und um das aufgeschlossene, begabte Jüngelchen, das er gern als Adjutanten an seiner Seite gehabt und unter seine Fittiche genommen hätte. Wilon wäre sogar geneigt gewesen, der Bindung halber mit ihm, vernünftig befristet, das Lager zu teilen“
Ich weiß nicht, wie oft dieser Fehler auftritt. Dies Zitat ist nur ein Beispiel für mehrere Situationen, in denen Kantiran in seiner Erzählung die Gedanken und Gefühle anderer Personen detailliert schildert, obwohl er sie gar nicht kennen kann. Wie nennt man einen solchen Erzähler?.........Genau.

Metadaten

Diese Nörgelei wurde verfasst von Kritikaster

Die aktuelle Version wurde am 05. July 2006in die Datenbank eingepflegt

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