Sprachnörgeleien 2224

Zugrunde liegender Roman: Leo Lukas - Spezial Agent 707

Titelbild

Guter Bildaufbau, klassisches PR-Motiv, aus meiner Sicht recht gelungen. <st> Fraglich ist höchstens, ob das Bild stärker am Text hätte bleiben können. Immerhin treffen in der dargestellten Szene drei der größten Clowns des zwanzigsten Jahrhunderts aufeinander. :-?
Zu Benoergeln: Haben die Arkoniden keine Shampoos, die ihren Haaren Glanz und Fülle verleihen? ;-)

Innenillu: Echt dynamisch <st>

Klasse

S.30: „sagte er vertraulich zu einer Kiste Rüboffeln“
Schön, zu Science Fiction gehört eben auch mal sprachliche Gentechnik. <st>

Sprachschnitzer

S.6: „Ich beuge mich unter Aufbringung aller Kräfte nach vor.“
Nach? Vor? Nein, im Ernst: Entweder ‚nach vorne’ oder nur ‚vor’. :-/

S.54: „Keine einzige der zahlreichen Maschinen ist in Verwendung.“
Sie sind nicht in Benutzung oder in Betrieb, je nach Art der Maschine, aber Verwendung finden sie schon – nämlich in diesem Fall als Einrichtungsgegenstände oder Geräteangebot. <bg>

Abspann: „In diesem Versteckt hält sich allerdings...“
Wenn schon sonst nichts zu monieren ist, muss man die Fehler eben außerhalb des Romans suchen. <g>

Wie bitte?

S.27: „Uropa Erkrad grinst wie ein Hutschpferd.“
Au vaia. Da steht der Norddeutsche hilflos davor. Ist es ein Druckfehler und eigentlich ist ein Kutschpferd gemeint oder gibt es das Hutschpferd als regionalen Ausdruck wirklich? :-?   Moniere ich den Druckfehler, gibt es einen Aufschrei der Entrüstung, dass die geliebte bergische Sprachvariante wieder mal verunglimpft werden soll. ;-) Moniere ich den zu starken Regionalbezug des Begriffs, kommt der gleiche Aufschrei, wie man einer Sprachminderheit unterstellen könnte, so lächerliche Begriffe zu verwenden. ;-) Entgegen all meinen sonstigen Gewohnheiten schaue ich in dieser Zwangslage doch mal bei google nach und siehe da: Das Hutschpferd scheint ein Schaukelpferd zu sein, das mit dem grinsenden Honigkuchenpferd verwandt ist. Also, nichts zu monieren sondern wieder was dazugelernt. <st>

S.35: „Am ganzen Leib schwitze ich wie der sprichwörtliche Schmalzbecher.“
???  :-?

Schlusswort

Sprachlich erste Klasse, praktisch keine Fehler. <st>
Das Szenarium ist abwechslungsreich, drei Menschen suchen ihr zukünftiges Heil – Eine in der Technik, Einer in der Biologie und Einer mit Hilfe der Chemie (oder ist Eyemalin auch Bio?) <st>
Also wären alle Voraussetzungen für einen hervorragenden Roman gegeben. Aber wieder einmal entsteht der Eindruck, dass die Gesamthandlung nur gebremst voran kommt. Und so hält sich letztlich auch der Lesespaß trotz vieler guter Einzeleinfälle in Grenzen. :-/

Metadaten

Diese Nörgelei wurde verfasst von Kritikaster

Die aktuelle Version wurde am 21. März 2008in die Datenbank eingepflegt

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